Volker Budinger

Flashmob in Hilden: Senioren tanzen mit fröhlichen Pflegern

Hilden. Mit einem Flashmob in der Mittelstraße zeigten Pflegende und Betreute jetzt, dass der Job des Altenpflegers nicht so traurig sei wie oft zu hören. »Pflege macht Happy« war das Motto zum internationalen Aktionstag.

Von Volker Budinger

»Because I‘m happy«, schallt Pharrell Williams Gute-Laune-Hymne durch die Hildener Fußgängerzone und rund 50 Senioren mit und ohne Rollstuhl oder Rollator sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pflegeeinrichtungen in der Stadt tanzen dazu und schwingen bunte Tücher.

»Wir haben uns diesen Flashmob zum Tag der Pflege ausgedacht, um zu zeigen, dass Pflege nicht so negativ ist wie man häufig hört«, sagt Sylvia Menke-Hollenberg, Leiterin der ambulanten Dienste der Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann. »Im Gegenteil, wir haben das Motto ‚Pflege macht Happy‘ gewählt, weil es genau das für viele ist«, ergänzt Beate Linz-Eßer, Sprecherin der »Arbeitsgruppe Gerontopsychiatrie der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Mettmann« (PSAG), die die Aktion in Hilden, Mettmann, Haan und Erkrath zeitgleich organisiert hat.

»Wir helfen den Menschen gerne«

Zum einen sagt sie, sei es für viele, die in Heimen oder ambulant gepflegt werden, durch ihre Pflegekräfte manchmal überhaupt erst möglich, Spaß zu haben. »Wir helfen den Menschen dabei, bringen sie unter Leute«, sagt Linz-Eßer. »Das Leben ist schön und kann eben trotz Pflegebedürftigkeit Spaß machen«, sagt die Sprecherin, die auch Leiterin der Seniorendienste Stadt Hilden ist.

Zum anderen aber sei es für viele, die den Beruf des Altenpflegers ergriffen oder die sich ehrenamtlich in der Altenpflege engagierten ein Antrieb, durch ihre Hilfe Freude zu  schenken.

»Es ist nicht das Problem, das der Job so schlimm wäre oder so traurig oder so schlecht bezahlt«, sagen Menke-Hollenberg und Linz-Eßer.   Tatsächlich sei Altenpfleger ein Beruf, in dem die Auszubildendenzahlen steigen. »Und in tarifgebundenen Unternehmen ist auch die Bezahlung gut«, sagt sie.

Was zum Mangel an Personal führe, sei aber einfach der immer weiter steigende Bedarf an Pflegern durch die älter werdende Gesellschaft.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings, die dem Flashmob einen Besuch abstattete, zeigte sich dann auch  froh über die Unterstützung vieler Ehrenamtlicher. In Hilden gebe es ein gutes Netzwerk, das auch beim Übergang vom Alleinewohnen in eine Pflegeinrichtung helfe – etwa mit der Beratung des Seniorenbüros. »Viele wissen auch gar nicht, was für ein tolles Umfeld die Seniorenheime bieten, mit  viel Kulturprogramm und  anderen Menschen.« Das sei eine bessere Alternative zur Einsamkeit im Alter.
Möglich machten das  auch die Beschäftigten in der Pflege – eben nach dem Motto »Pflege macht Happy«, meint Linz-Eßer.

Tag der Pflege

  • Alljährlich am 12. Mai, dem Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale, wird der internationale Tag der Pflege(nden) begangen.

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