Expressive Bilder: "Der Fantasie freien Lauf lassen"

Hilden. »Die Farbe des Lichts, das Licht als Farbe« ist die Ausstellung der Richter-Schülerin Marita G. Weiden im Kunstraum Gewerbepark Süd getitelt. Tatsächlich ist »Farbigkeit« der zentrale Aspekt ihrer Bilder.

Von Volker Budinger

»Wenn ich male, dann fließt die Bewegung einfach so aus meinem Kopf ins Handgelenk. Ich lasse der Fantasie freien Lauf«, sagt Marita G. Weiden über ihre Bilder. Das sei unter anderem das spannende an der Abstraktion. »Gegenständliche Bilder sind ja irgendwie manchmal langweilig.. Bei abstrakten Bildern sieht der Betrachter immer etwas neues«, sagt sei. Ebenso sie das bereits im Entstehungsprozess, bei dem sich auch plötzlich neues ergebe.

»Ich lasse da mein inneres Kind sozusagen mit der Farbe spielen«, sagt sie – eine Idee, die ihr prominenter  Lehrer Gerhard Richter an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt habe.

»Manchmal geht das aber auch schief und ein  Bild misslingt«, sagt sie. Dann kratze sie die Farbe wieder ab und beginne von neuem. »Es lohnt nicht, in ein verunglücktes Bild weitere Zeit zu investieren«, erklärt sie. Allerdings kann das Misslingen bei ihren Werken recht teuer werden.
Denn neben Ölfarben verwendet sie reines Farbpigment, das sie mit Casein, also Milcheiweiß, fixiert – eine Technik, die bereits in der Höhlenmalerei oder bei den Römern Verwendung fand. Gerade bei ihren tiefblauen Bildern besteht diese Pigment unter anderem aus dem gemahlenen Halbedelstein Lapislazuli – und ist entsprechend teuer.

Ausstellung noch bis zum  2. Dezember zu sehen

Im Kunstraum Gewerbepark Süd sind nun noch  bis zum 2. Dezember groß- und kleinformatige Bilder zu sehen, die dieses Spiel mit der Farbe repräsentieren. Dabei fügen sich die Farben harmonisch zusammen, Schattierungen von Blau kombinieren mit Weiß, Große rote Flächen kontrastieren mit Gelb.
Technisch lasiert Weiden ihre Bilder, wischt dünn aufgetragenen Farben mit dem Pinsel ineinander, so dass spannende Strukturen entstehen.

»Die Künstlern gestaltet in Farbe, man möchte fast sagen, sie tobt sich damit aus«, sagt Ute Holz, stellvertretende Kulturamtsleiterin. Kulturamt und die Inhaberfamilie Braun des Gewerbeparks Süd haben die Ausstellung organisiert. »Wir freuen uns sehr, eine so rennomierte Künstlerin hier ausstellen    zu können«, sagt auch Karlernst Braun.

Die Bilder der 1944 in Hückeswagen geborenen und in Wuppertal lebenden und arbeitenden Künstlerin können auch käuflich erworben werden.

Öffnungszeiten und Aktionen

  • Der Kunstraum Gewerbepark Süd, Hofstraße 64, ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Die Räume sind barrierefrei, der Eintritt ist frei.
  • Am 17. November gibt es um 15.30 Uhr eine Lesung »Aphorismen aus dem Rheinland«  mit Jürgen Wilbert in der Ausstellung. Am 24. November findet das Kunstcafé ab 15.30 Uhr dort statt mit der Kunsthistorikerin Gundula Caspary.

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