Volker Budinger

Eine Ausstellung als Geburstagsgeschenk

Hilden. Im Kunstraum Gewerbepark Süd gibt es noch bis zum 12. Oktober eine gemeinsame Ausstellung des Künstlerehepaares Rissa und Karl Otto Götz. Anlass ist der 80. Geburtstag der Kunstprofessorin.

Von Volker Budinger

Der Betrachter merkt schnell, dass in dieser Ausstellung die Werke zwei ganz unterschiedliche Künstler ausgestellt sind, die dennoch eng miteinander verwoben sind.

Da sind die gerakelten abstrakten Bilder des im vergangenen Jahr 103-jährig verstorbenen Karl Otto Götz mit seinen ineinander verwobenen Pinselschwüngen – und daneben die fast gegenständlich wirkenden bunt leuchtenden Tierfiguren-Bilder mit ihren großen monotonen Farbflächen seiner Frau Karin, »Rissa« mit Künstlernamen.

Dialog und Polarität zweier Künstler

Und dann sind da doch plötzlich Pinselschwünge in Rissas Bildern und farbige geordnete Flächen in Götz`Werken.

Spannend findet das auch Monika Doerr, deren letzte initiierte Ausstellung als Kulturamtsleiterin »RISSA / K.O. Götz – Leben für die Kunst« ist,. Am Freitag ging sie in den Ruhestand. »Die Ausstellung zeigt den Dialog und die Polarität der beiden Künstler«, sagt sie und ist stolz darauf, dass die aktuelle erst die zweite gemeinsame Ausstellung des Künstlerehepaares überhaupt sei.

Götz gilt als einer der bedeutensten Künstler der Nachkriegsgeschichte und als Hauptvertreter des »Informell«. Seine vor wenigen Tagen 80 Jahre alt gewordenen Witwe Rissa, über 30 Jahre lang Professorin an der Düsseldorfer Kunstakademie, habe da auch immer etwas im Schatten gestanden. Zu Unrecht, wie Kunsthistoriker Frank Schablewski sagt. »Ich würde mir auch einmal eine große Retrospektive der Werke von Rissa wünschen«, sagt er. Zur Eröffnung am vergangenen Sonntag hatte Schablewski eine Einführung gegeben. Am Sonntag, 30. September,  liest er in der Ausstellung unter dem Motto »Gedichte einer Ausstellung« auch Lyrik des Künstlers K.O. Götz.

»Dass es diese Ausstellung jetzt so gibt, dafür bi  auch ich zu einem guten Teil verantwortlich«, sagt Hans-Jürgen Braun von der Inhaberfamilie des Gewerbepark Süd. Beide Künstler kenne oder habe er gut gekannt. Und als er mit zwei Sammlern ihrer Werke zusammen gesessen habe, habe man überlegt, was man Rissa zum  80. Geburtstag schenken können. »Und da kamen wir auf diese Ausstellung«, erklärt er.

Für die Besucher der Ausstellung lohnt es sich in jedem Fall – wo sonst lassen sich bei freiem Eintritt  ausgezeichnete Werke zweier so bedeutender  Künstler der vergangenen Jahrzehnte bewundern?

Die Ausstellung

  • Die Ausstellung Rissa / K.O. Götz »Leben für die Kunst« ist noch bis zum 12. Oktober im Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, zu sehen.
  • Geöffnet ist dienstags  bis freitags, 14 bis 18 Uhr, wochenends und  an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.