Christian P. Seibel

Bebauung im Hildener Süden, die Zweite

Hilden. Ein Investor möchte im Hildener Süden im Bereich Karnaper Straße/ Diesterwegstraße 22 Einfamilienhäuser bauen. Das Vorhaben wurde bereits 2015 vom Rat abgelehnt.

Grundlage für die Ablehnung war damals vor allem die Aussage des Kreisgesundheitsamtes, dass dieser Bereich, direkt an der Güterzuglinie Duisburg – Opladen/ Köln liegend, aufgrund der Lärmentwicklung für eine Wohnbebauung nicht geeignet sei. Auch der BUND hatte einige Bedenken, da unter anderem in diesem Bereich die Zauneidechse einen idealen Lebensraum findet. Zudem war die Hochwassersituation nicht ausrechend geklärt, was nach neuen Gutachten nicht mehr der Fall sein soll.

 

Neue Voraussetzungen

 

Der Investor, die K+S Projektentwicklungsgesellschaft mbH, die das Gelände für eine Bebauung erschließen möchte, verspricht nun, dass hier Platz für zwei Mehrfamilienhäuser mit 13 öffentlich geförderten Wohnungen wäre, die preiswertes Wohnen  möglich machen könnten. Zudem sollen die Grundstücke nur zum aktuellen Bodenrichtwert veräußert und zeitlich befristet erst einmal nur Hildener Bürgern zum Kauf angeboten werden. Eine Lärmschutzwand soll den Lärm um fünf bis zehn Dezibel verringern. (Alle drei Dezibel halbiert sich die Lautstärke.) So kämen laut einem Gutachten direkt hinter der Schutzwand noch bis zu 70 Dezibel an, was ungefähr der Lautstärke eines Wasserkochers entspricht. »Das gesamte Quartier, bis zu den Bewohnern der Schürmannstraße, würde von der Lärmschutzwand profitieren«, ist sich Investor Jürgen Spelter sicher.

 

Einwände des Kreisgesundheitsamtes

 

Das Kreisgesundheitsamt sieht die Lärmfrage immer noch kritisch. »Durch die Zugrundelegung der geänderten Ausweisung der Baugebiete (WA statt WR) ergeben sich laut Schallgutachten nun um 5 dB(A) verringerte Überschreitungen der schalltechnischen Orientierungswerte [...] aufgrund des Güterbahnverkehrs. Die Überschreitungen betragen aber immer noch – unter Berücksichtigung der 5 m hohen Lärmschutzwand – bis zu 15 dB(A) tags und 27 dB(A) nachts an den hauptsächlich betroffenen (oberen) Fassaden der Gebäude zur Bahnlinie hin und sind daher in diesen Bereichen weiterhin als sehr erheblich anzusehen.« Und weiter: »Gesunde Wohnverhältnisse seien aufgrund der Schallsituation weiterhin nur als (sehr) beschränkt anzusehen.«


Für CDU und SPD ist vor allem das Argument des öffentlich geförderten Wohnraums ein Grund, den Antrag neu zu bewerten.


Der Rat der Stadt Hilden stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch für eine erneute Offenlegung der Pläne. Mit der Offenlegung können Bürger Einsicht nehmen und erneut ihre Meinung dazu äußern.


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