Volker Budinger

"Artothek": Kunst für Kinderhände

Hilden. Munch, van Gogh, Turner, Renoir – das Wilhelm-Fabry-Museum hat hochklassige Kunstwerke angeschafft, um sie Kindern nahe bringen zu können. Als Reproduktionen, versteht sich.

Von Volker Budinger

»Es war uns wichtig, ein paar echte Klassiker zu haben, die wir den Kindern erklären können – und die sie vielleicht schon mal gesehen haben«, sagt Sandra Abend. In der Hand hält die Kunsthistorikerin, die im Wilhelm-Fabry-Museum nicht nur Kindern die Kunst näher bringt, dabei das weltbekannte Bild »Der Schrei« von Edvard Munch.

Neun Bilder neu angeschafft

Neben ihr auf dem Tisch liegt noch »Der Wanderer über dem Nebelmeer« von Caspar David Friedrich, Vincent von Goghs »Die Sternennacht« steht etwas unbeachtet an die Wand gelehnt und weitere Klassiker der Kunstgeschichte liegen noch in Folie verpackt daneben.

»Wenn das hier Originale wären, wäre das sehr teuer«, sagt Wolfgang Antweiler mit einem Lachen. Der Museumsleiter und Stadtarchivar packt die neun neuen Bilder aus, die nun die Kinder- und Jugendartothek »Bildwechsel« des Museums erweitern.

Kinder begeistern sich für die Kunst

»Das sind natürlich Reproduktionen. Drucke auf Leinwand«, erklärt er. Hochwertig, detailgetreu und auf Holzrahmen gespannt. »Diese Bilder sind dann auch ganz leicht zu transportieren und man kann sie auch Kindern in die Hand geben«, sagt er.

Das wird dann zur Premiere der Bilder auch gemacht, denn eine Gruppe Kinder aus der Kindertagesstätte »Die Arche« an der Schulstraße nimmt die Neuerwerbungen direkt genauer in Augenschein. »Da steht ein Mann und schaut über die Wolken«, sagt der fünfjährige Tim und betrachtet neugierig Caspar David Friedrichs »Der Wanderer über dem Nebelmeer«.

»Wir sind sehr froh über  die Kooperation, die wir mit dem Museum haben«, sagt Arche-Leiterin Petra  Fischer. »Sandra Abend erklärt den Kindern das immer ganz prima und die   Kinder sind total begeistert«, sagt sie.

300 ausleihbare Werke

»Wir bringen mit der Artothek so bereits den Kleinsten Kunst näher«, sagt Antweiler. Die Bilder können dabei nicht nur im Museum angeschaut werden, sondern werden auch verliehen.

»Nicht nur an Kindergärten und Schulen«, erklärt der Museumsleiter. Jeder – beziehungsweise jedes Kind und jeder Jugendliche aus Hilden –, der ein Bild für einen befristeten Zeitraum ausleihen wolle, könne das tun – etwa um in kleinen Gruppen Kindern die Werke zu erklären.

»Insgesamt haben wir rund 300 Bilder in unserer Artothek«, sagt Antweiler Darunter Zeichnungen, Radierungen Aquarelle und vieles mehr aus allen Stilrichtungen und von vielen weiteren renommierten Künstlern.

Die neuen Werke stehen dafür ab sofort auch zur Verfügung.

Die Artothek

  • Die Kinder- und Jugendartothek »Bildwechsel« im Wilhelm-Fabry-Museum existiert seit 20 Jahren. Der Bestand umfasst rund 300 Bilder.
  • Die Ausleihe ist für Besitzer der Familienkarte kostenfrei. Ansonsten beträgt die Gebühr pro Ausleihe 2,50 Euro.  Ausleihberechtigt sind Kinder und  Jugendliche von 3 bis 18 Jahren, die in Hilden wohnen, in Kitas oder zur Schule gehen. Die Bilder können bis zu zwei Monate ausgeliehen werden.
  • Geöffnet ist fie Kinderartothek freitags von 14 bis 17 Uhr, für Kindergärten und Schulen gibt es Aktionen auf Anfrage.
  • Weitere Infromationen im Internet unter  www.wilhelm-fabry-museum.de.

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