BL

Vereinsname »Miteinander in Haan e.V.« wird zum Motto

Wohngruppen für junge Menschen mit Behinderungen

Haan. (BL). Vergangene Woche wurde das alte Wohnhaus aus dem Jahre 1894 an der Friedrichstraße 48 abgerissen. Auch künftig wird an dieser Stelle wieder Wohnraum entstehen, für junge Menschen mit Behinderungen. Zwei Wohngruppen mit insgesamt acht Menschen werden dort einziehen. Geplant wurde dieses Neubau-Projekt von dem Verein »Miteinander in Haan e.V.«, dessen Vorsitzender Kurt Rudoba auch gleichzeitig der Bauherr ist. Er wird die Appartements später vermieten.

Im Februar 2015 ist der Verein mit seinem Vorhaben erstmals an die Öffentlichkeit getreten. »Wir wollten sicher sein, dass das Projekt auch durchgesetzt werden kann«, berichtet Kurt Rudoba während er einen kleinen gefalteten Zettel mit Miniaturansichten des Gebäudekomplexes auf dem Tisch ausbreitet. Im März 2016 sollen die jungen Menschen einziehen können. Doch bevor sie ihre barrierefreien Appartements einrichten können, haben der Verein und der Wuppertaler Architekt Ulrich Frantz, der bereits ähnliche Bauvorhaben umgesetzt hat, noch viel zu tun. »Wir haben aber auch schon viel hinter uns«, so Kurt Rudoba mit einem Lächeln im Gesicht. Denn seit das 1.300 Quadratmeter große Gelände beim Immobilientag in der Sparkasse in Augenschein genommen wurde, musste geprüft werden, ob das alte Haus unter Denkmalschutz steht, ob es einen Bebauungsplan gibt und ein Bodengutachten wurde in Auftrag gegeben. Im Januar 2014 hat Kurt Rudoba das Grundstück gekauft. 

Weder der Vorsitzende noch die anderen Mitglieder des noch relativ kleinen Vereins, dem aktuell acht Personen (größtenteils Eltern) angehören, sind zufällig zu diesem Projekt gekommen. Kurt Rudoba hat selbst eine Tochter mit Down-Syndrom (Trisomie 21). Er weiß um die Wohnsituationen in Behinderteneinrichtungen und im Betreuten-Wohnen. Ein Manko sei häufig, dass die Einrichtungen außerhalb liegen. Seine Tochter geht aber gern in die Stadt, zum Friseur, zur Kosmetik oder einfach nur Shoppen. Das bietet sich in Haan durch die kurzen Wege im Ortskern bestens an. 

Auf der Suche nach einer neuen Wohnform für seine Tochter wurde also aus dem sympathischen Mann der neue Bauherr, der das Projekt im Vorfeld den direkten Nachbarn vorgestellt hat, mit äußerst positiver Resonanz, wie er berichtet. 

»Ich würde unsere Tochter gern in der Nähe haben«, beschreibt Rudoba glücklich. Und er möchte ihr dabei ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Sie selbst weiß noch nichts von der anstehenden Veränderung. Das muss gründlich vorbereitet werden, ebenso wie das gesamte Vorhaben. Über das Investitionsvolumen für das zweigeschossige Gebäude, das 400 Quadratmeter Wohnfläche bieten soll, möchte Kurt Rudoba keine Auskunft geben. 

Nachdem er als Bauherr die Finanzierung mit der Stadt-Sparkasse und öffentlichen Mitteln dingfest gemacht hat, wird der Verein für die Ausstattung der Gemeinschaftsräume (zum Kochen, TV-Schauen etc.) und die Anschaffung eines Fahrzeuges aufkommen müssen und ist dafür auf Spendengelder angewiesen. Zirka 150.000 Euro sind dafür nochmals nötig, schätzt Kurt Rudoba. Zusätzlich werden noch ehrenamtliche Kräfte gesucht, die das Projekt im Alltag begleiten, beispielsweise ein Gärtner oder ein Hausmeister. Die Betreuung der Bewohner (vier Plätze sind bereits fest vergeben) ist noch offen. »Jeder Einzelne von ihnen hat einen individuellen Anspruch auf Hilfe und Pflege«, so der Vereinsvorsitzende. Darüber hinaus möchte sich der Verein, der dringend neue Mitglieder sucht, in der Zukunft ein Netzwerk in Haan aufbauen.  

 

 

 

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