OP

Steht »Wir für Haan« vor dem Aus?

Haan. Eines der Hauptanliegen der Händlergemeinschaft "Wir für Haan" ist die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Dazu gehören Aktionen, Werbung und verkaufsoffene Sonntage. Hierfür steht die Gemeinschaft seit Jahren. Doch diese droht nun zu zerbrechen.

In einem aktuellen Rundbrief an seine Mitglieder hat der Vorstand von "Wir für Haan" eindringliche Worte gefunden, die sogar eine Auflösung der Händlergemeinschaft nicht ausschließen.

Eines der Hauptanliegen einer Händlervereinigung sei die Organisation verkaufsoffener Sonntage. Gerade letztere seien aber stark unter Beschuss gewesen, schreibt der Vorstand. Bundesweit hatte Verdi sehr "erfolgreich" gegen viele verkaufsoffene Sonntage geklagt und gewonnen. Die Lage habe sich nach der Wahl in NRW nur geringfügig verbessert, die Auflagen und Hürden für Genehmigungen seien immer noch sehr hoch. "Somit ist einer unserer Haupt-Existenzgründe zwar nicht weggefallen, aber sehr schwierig geworden", heißt es in dem Schreiben.

"Im April steht unsere jährliche Hauptversammlung an, dieses Jahr mit kompletten Vorstandswahlen", erklärt Vorstandsmitglied Dirk Flügel. "Leider ging die Zahl der Aktiven, und "Macher", in den letzten Jahren kontinuierlich zurück", beklagt er. Zwar sei der Vorstand sehr dankbar um die Zahl der treuen, passiven Mitglieder, die mit ihren Beiträgen das Erreichen der Ziele unterstützen, aber eine gewisse Anzahl von Aktiven sei einfach notwendig.

"Demnächst scheiden aus beruflichen Gründen wieder zwei "Aktive" aus, der bisherige Vorstand wird dadurch sehr ausgedünnt und somit wird es jetzt echt eng.", heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder.

Veranstaltungen in Gefahr

Sei es "Haan à la Carte - Volksfeste" oder der Martinszug: "Ohne mehr Beteiligung wird es nicht mehr weitergehen." Auch die Radtour "Rund um Haan" und das Friedrichstraßenfest stehen zukünftig auf dem Spiel.

Der Handel ist unterrepräsentiert

"Insbesondere der Handel ist bei "Wir für Haan" mittlerweile unterrepräsentiert", so Flügel "und dass bei einer Händlervereinigung", sagt er kopfschüttelnd. Die Gastronomie sei gar nicht mehr vertreten.

"Egal, ob die Stadt oder wir eine Einladung oder Informationen zu handelsspezifischen Themen verschickten, das Interesse und die Beteiligung war erschreckend niedrig. Dabei hätte es in der Vergangenheit einige, auch politische Themen gegeben, bei denen eine starke und repräsentative Vereinigung des Handels wichtig gewesen wäre", schreibt der Vorstand. Ohne "Wir für Haan" sei es fraglich, wer zukünftig Ansprechpartner und Organisator für viele innenstadtrelevante Themen sein wird, wer verkaufsoffene Sonntage beantragt und die entsprechenden Plakate dazu druckt. "Auch zukünftig wäre ein starkes "Wir" eine wichtige Sache, aber dafür muss dringend etwas geschehen", meint Flügel.

"Vielleicht war nicht alles, was wir gemacht haben gut, aber wir haben es wenigstens versucht", schreibt der Vorstand. Kritik üben sei halt immer einfacher als selber machen. "Da sich demnächst die Arbeit des Vorstands auf noch weniger Schultern verteilen wird, sehen wir, dass eine gewisse Grenze erreicht ist. Eine Auflösung des Vereins muss man in Erwägung ziehen", so Flügel. Wie es mit der Händlergemeinschaft "Wir für Haan" weitergeht, wird sich wohl erst nach der Mitgliederversammlung im April zeigen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.