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Schlagloch voraus!

Haan. Es reicht schon ein kleiner Riss in der Straßendecke, damit Wasser eindringen und ein Schlagloch entstehen kann. Das Land NRW ist bundesweit bekannt für den schlechten Zustand seiner Straßen. Doch wie begegnet die Stadt Haan dem Problem?

Gerade eben so kann der Radfahrer dem Schlagloch mitten auf der Straße ausweichen. Er hat Glück, denn die Begegnung hätte auch ganz anders ausgehen können. Dabei ist die Straße doch erst vor Kurzem geflickt worden.

So entstehen Schlaglöcher

"Bei einer defekten Oberfläche kann Wasser in die Straße eindringen. Gibt es Frost, vergrößert sich dessen Volumen dann um bis zu zehn Prozent. Schmilzt das Eis beim nächsten Sonnenschein, hinterlässt es einen Hohlraum. Wiederholen sich diese Temperaturwechsel, werden schließlich Teile des Materials durch 'Frostsprengung' abgetrennt", erklärt Susanne Schlenga, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW), der für die Planung, den Bau und die Instandhaltung aller Autobahnen, Landes- und Bundesstraßen in NRW zuständig ist.

"Die Zahl der Straßenschäden nimmt zu, weil der Verkehr zunimmt, aber die Straßen sind nicht schlechter geworden", sagt Christopher Köster, Pressesprecher des ADAC Nordrhein. Vor allem die steigende Belastung durch LKW trage zu dieser Entwicklung bei. Prinzipiell seien Schlaglöcher für alle Verkehrsteilnehmer problematisch, besonders jedoch für Fahrradfahrer, unterstreicht Köster. "Die können schwer verunglücken. Wenn man über den Lenker fliegt, kann das übel ausgehen. Vor allem für die, die keinen Helm tragen." Die Maßnahmen der Kommunen, das Unfallrisiko durch Warnschilder oder Tempobeschränkungen zu mindern, sieht Köster kritisch: "Verkehrsschilder sind vor allem dafür, dass der Straßenbaulastträger, also die Kommune, seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt. Für gewöhnliche Fahrräder ist so eine Maßnahme meist sinnlos, da sie ohnehin nicht auf diese Geschwindigkeiten kommen." Eine ordentliche Ausbesserung sei auf diese Weise nicht zu ersetzen.

Straßen werden regelmäßig kontrolliert

"Grundsätzlich werden alle auftretenden Schlaglöcher, welche eine akute Unfallgefahr darstellen, vom Team des Betriebshofes umgehend mit Kaltasphalt geschlossen", erklärt Sonja Kunders, Pressesprecherin der Stadt Haan. Die Straßen würden regelmäßig kontrolliert und entdeckte Gefahrenstellen ausgebessert. "Bisher hält sich die von uns erfasste Zahl der Schlaglöcher dieses Jahr auf dem Niveau der Vorjahre", fasst Kunders den derzeitigen Stand zusammen. Aber natürlich würde mit zunehmendem Alter der Straßen auch deren Anfälligkeit für Schäden steigen.

Christopher Köster hält kurzfristige Maßnahmen für nicht ausreichend: "Notdürftige Flicken mit Kaltasphalt halten bestenfalls ein Jahr." In nur ungenügend abgedeckte Stellen könne bald schon wieder Wasser eindringen und das Loch erneut aufbrechen. Sinnvoller wäre eine Erneuerung der gesamten Straßenoberfläche. Das scheitere allerdings meist am Geldmangel der Kommunen. Dennoch macht Köster deutlich: "Es geht um die Sicherheit und die kann nicht mit Geld gegengerechnet werden."

"Da Schlaglöcher vermehrt auf den sowieso schon schlechten Straßen auftreten, werden diese dann meist auch nur mit einfachen Mitteln repariert", sagt Kunders. In Fällen, in denen der Kaltasphalt nur als Provisorium gedacht sei, würde die Stelle später mit Heißasphalt überzogen. Dies sei jedoch erst gegen Mai möglich, weil dafür stabile Temperaturen über 10 Grad benötigt würden. "Hinzu kommt, dass die meisten offensichtlichen Schäden im Moment auf den Straßen vorhanden sind, wo die Stadt Haan keinen Einfluss hat - also auf Kreis- und Landesstraßen", bemängelt Kunders. Dort könnte die Stadt Informationen zu Schlaglöchern nur an den Baulastträger Straßen.NRW weiterleiten.

Bürger können Schäden melden

"Auch unsere regelmäßigen Kontrollen können nicht alle Schäden auf allen Straßen sofort finden, weil sich diese zum Teil in wenigen Stunden bilden. Aus diesem Grund ist der Haaner Betriebshof auf die Mithilfe der Bürger angewiesen", appelliert Kunders. Dafür hat die Stadt Haan auf ihrer Internetseite ein Formular eingerichtet, mit dem verschiedenste Mängel im öffentlichen Raum gemeldet werden können. Den gleichen Service bietet die App "Läuft's?" vom ADAC, welche die Meldungen an die entsprechende Behörde weiterleitet. Die Ergebnisse seien, so Köster, bisher sehr gut, denn auch die Kommunen selbst hätten ein Interesse an den Meldungen. Sollte ein Schlagloch trotzdem nicht umgehend behoben werden rät er: "Aufmerksam fahren, Geschwindigkeit anpassen und genug Abstand halten."

Das Formular der Stadt finden Sie auf www.haan.de unter "Mängelmeldung".

Die App "Läuft's?" des ADAC können Sie im Google-Play- oder Appstore kostenlos herunterladen

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