AK

Rettungswagen statt Schulbank

Emil-Barth-Realschüler lernen bei der Haaner Feuerwehr

Haan. (AK). Seit jeher wollen viele Jungs Feuerwehrmann werden. Dennoch haben viele städtische Wachen Nachwuchsprobleme. Die Haaner Feuerwehr will das ändern und kooperiert mit der Emil-Barth-Realschule. Dort wird seit diesem Jahr ein Wahlpflichtfach für Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe angeboten. 14 Jungs und Mädchen lernen hier die Aufgaben im Bereich des Brandschutzes und der Hilfeleistung kennen. Nun ziehen beide Seiten eine Bilanz.

Ein Auto ist in Brand geraten. Die Emil-Barth-Schüler sind direkt zur Stelle: die einen retten den »Fahrer« aus dem Fahrzeug, die anderen löschen das »Feuer«. Natürlich ist dies nur eine Übung auf dem Gelände der Feuerwache Haan an der Nordstraße. Aber die Jugendlichen haben schon konkrete Vorstellungen, was in einem Notfall wie diesem zu tun ist. Ein Schuljahr lang haben sie sich von den Profis anleiten lassen. »Das sind Erfahrungen für‘s Leben«, sagt der stellvertretende Schulleiter Heinz Wemmer.

Hintergrund zu der Lehrmaßnahme außerhalb des regulären Unterrichts ist der Nachwuchsmangel. »Es wird immer schwieriger, neue Jugendliche zu finden. Und das betrifft nicht nur uns«, sagt Mirko Braunheim von der Haaner Feuerwehr. Ein Grund dafür sei wohl der Ganztagsbetrieb in den Schulen. Und wenn die Schüler schon nicht zur Feuerwehr kommen, dann geht eben die Feuerwehr zu den Schulen.

14 Jungs und Mädchen haben sich nun für das Wahlpflichtfach gemeldet – sicherlich eine spannende Abwechslung zum gänigen Lernstoff. »Zu 90 Prozent haben wir praktische Übungen gemacht«, erläutert Ausbilder Michael Kleinsteinberg. Wo liegen die Gefahren bei einem Löschangriff? Wie muss man sich hinstellen, damit man nicht dem Rauch oder den Flammen ausgesetzt wird? Wie kann man einen Laster anheben? Und welche Maßnahmen sind direkt am Unfallort vorzunehmen? All das und viel mehr wurde den Heranwachsenden vermittelt. »Wasserspritzen macht Spaß – aber auch das Erlebnis, gemeinsam etwas zu machen«, so Kleinsteinberg. Carsten Schlipköter, Leiter der Haaner Wache, ergänzt: »Hier konnten sie umsetzen, was sie vorher im Physikunterricht gelernt haben.«

Sogar das allgemeine Handy-Verbot haben die Jugendlichen akzeptiert. Und selbst das ordnungsgemäße Verpacken des Schlauches bereitet ihnen Spaß, so die Erfahrung der Ausbilder. Und besonders aufregend dürfte es zum Abschluss werden, wenn die Schüler bei einer Übung ein Auto fachgerecht zerlegen dürfen.

Das Projekt soll im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden, am liebsten an allen Haaner Schulen, aber das sei leider nicht realisierbar.

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