BL

Ohne seine Ehrenamtler wäre Haan verloren

Neue Kleiderkammer steht allen Bedürftigen offen

Haan. (BL). Die Kleiderkammer in den Räumen der evangelischen Kirche an der Martin-Luther-Straße 6, die seit dem 17. Februar 2015 hilfebedürftige Menschen aus der Stadt mit dem Nötigsten an Kleidung, Bettwäsche und Haushaltstextilien versorgt, ist ein Projekt, das wieder einmal dem überdurchschnittlichen ehrenamtlichen Engagement tatkräftiger Mitmenschen zugute geschrieben werden muss.

Viele erinnern sich vielleicht noch: Bis Mitte 2013 wurde die Kleiderkammer von dem katholischen Verein für Soziale Dienste, dem SKFM e.V., betrieben. Die Leistung musste aber auf Grund räumlicher Probleme eingestellt werden. Dem Engagement einer privaten Initiative ist es zu verdanken, dass die Kleiderkammer sozusagen ein Comeback feiert und der gelebten Ökumene in Haan ein weiteres Gesicht verleiht.

Angefangen hat die Initiative damit, den in Haan ankommenden und hier lebenden Flüchtlingen mit Kleidung und dem Nötigsten Hilfe zu leisten. Dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung und der Bereitstellung von Lagerräumen in dem Windhövel-Gebäude unter der Strauss-Filiale wuchs dieses Projekt. Daraus ist die Idee entstanden, eine Kleiderkammer für alle Bedürftigen zu gründen. Die evangelische Kirche hat daraufhin die Erdgeschossräume in dem blauen Gebäude an der Martin-Luther-Straße (Ecke Bismarckstraße) kostenlos zur Verfügung gestellt, lediglich die Betriebskosten müssen hierfür aufgebracht werden. Der SKFM unterstützt das Ganze als Dachorganisation und die katholische Kirche hat die neue Internetpräsenz möglich gemacht. 

Die Arbeit leisten zirka 30 ehrenamtlich Engagierte, zumeist Frauen. Jeden Dienstag (von 9.30 bis 11.30 Uhr) und Donnerstag (von 15.30 bis 17.30 Uhr) haben sozial schwächere Bürger mit Berechtigungsschein (Tafelausweis oder Sozialhilfebescheid) die Möglichkeit, in der Kleiderkammer einzukaufen. Zwischen 20 Cent und 3,50 Euro liegen die Preise für die Waren, die die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer liebevoll in die Regale sortieren. Auch wenn das Lager und die Verkaufsräume sehr gut gefüllt sind, gibt es doch Artikel, die Mangelware sind, wissen Brigitte Hausdorf und Janka Greve zu berichten. Eine entsprechende Wunschliste haben die Frauen deshalb für alle Spendewilligen auf der Internetseite (www.kleiderkammer-haan.de) veröffentlicht. Aktuell ist dort neben Jugendkleidung Sommer-, Schwimm- und Fußballkleidung gelistet. Auch Sportschuhe seien rar, so Brigitte Hausdorf. Auf der Internetseite sind zusätzlich die Termine der nächsten Spenden-Annahmen am Windhövel-Gebäude aufgeführt, beispielsweise am 18. und 20. April 2015. Viele Menschen bringen ihre Spenden einfach an den Ausgabetagen zur Kleiderkammer, doch das ist aus Kapazitätsgründen nicht gewünscht, betonte Brigitte Hausdorf erneut.

Das Kleiderkammer-Team ist aber nicht nur bemüht, Textilien zu verkaufen, sondern hilft auch bei der Vermittlung von Möbeln und Hausrat: Da stehen aktuell Kindersitze, Turnbeutel, Federmäppchen aber auch eine Leiter und kleinere Regale auf der Liste ganz oben. »Großes Interesse besteht auch an Körperpflegeprodukten«, ergänzte Janka Greve. Hier möchte sich das Team gern zukünftig noch mit den entsprechenden Firmen vernetzen. Auf der eigenen Wunschliste der Helferinnen stehen noch mehr aktive Kräfte, »damit wir noch flexibler sind«, betonte Brigitte Hausdorf. Denn allein an einem Ausgabetag sind um die sechs Helfer nötig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Jeder bringt sich dabei so stark ein, wie es sein persönliches Zeitkonto zulässt. Es ist auf jeden Fall eine Aufgabe, bei der man viel zurück bekommt. Janka Greve berichtete von einer alleinerziehenden Mutter, die für ihre Kinder einkaufen wollte: »Ich habe mich aber erstmal um die Frau gekümmert und für sie ein schönes Outfit zusammen gesucht.« Janka Greve erinnerte sich noch voller Freude an das glückliche Gesicht der Mutter. 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.