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Kaum Verbesserungen für den Radverkehr

Haan. Am 1. September startet erneut die Umfrage zum großen ADFC-Fahrradklima-Test 2018. Auch der Haaner Fahrrad-Club ruft gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium wieder alle Radfahrer dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit in der Stadt zu bewerten.

Die bundesweite Umfrage hilft, Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen. In diesem Jahr ist Familienfreundlichkeit des Radverkehrs das Schwerpunktthema.

Wie ist Radfahren in Haan?

Bei der Online-Umfrage werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern blockiert werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt. 2016 haben mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger mitgemacht und die Situation in 539 Städten und Gemeinden beurteilt. 2018 will der ADFC die Beteiligung und die Anzahl der bewerteten Kommunen noch einmal deutlich erhöhen. An der Umfrage teilnehmen können alle, egal, ob sie jung oder alt sind, ob sie viel oder wenig Rad fahren, ob sie mit dem Rad zum Job pendeln oder lieber ins Grüne fahren - je vielfältiger die Teilnehmenden sind, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

"Beim letzten Fahrradklimatest in 2016 konnte in Haan erstmals die Anzahl der Teilnehmer übertroffen werden, die für eine Auswertung benötigt wird. Damals nahmen 129 Bürger teil und gaben der Stadt die Note 4,4, was Platz 345 von 364 teilnehmenden Städten mit <50.000 Einwohnern bedeutet", weiß Jörg Gries (ADFC-Vorstand Haan). "In der Praxis lassen sich aus unserer Erfahrung jedoch viele Bürger durch mangelhafte oder fehlende Radinfrastruktur von der Benutzung des Rades abhalten", so Gries.

So würden Beispiele aus anderen Klein- und Großstädten zeigen, dass der Radverkehr mit dem Ausbau und der Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer deutlich zunimmt. Damit gehe auch eine Verbesserung der Lebensqualität im öffentlichen Raum und eine Verbesserung für den örtlichen Handel einher, da es zu mehr Laufkundschaft und lokalem Einkaufen komme. "In Haan ist für dieses Ziel beispielsweise eine Anlage von Radinfrastruktur auf der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachse, der B228 notwendig, auf der sich Radfahrer bisher sehr durch den Autoverkehr gefährdet fühlen", sagt Gries.

Bis 30. November bewerten

Die Umfrage findet zwischen dem 1. September und dem 30. November 2018 über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben. In Haan wurde in 2016 von der Stadt unter Beteiligung vieler Gruppierungen ein neues Radverkehrskonzept erarbeitet, das viele gute Ideen beinhaltet. "Leider wurde mit der Umsetzung immer noch nicht wirklich begonnen und auch bei aktuellen Baumaßnahmen konnten kaum Verbesserungen für den Radverkehr beobachtet werden", sagt Gries. Auch gebe es Initiativen der umliegenden Städte, bei denen eine Haaner Beteiligung wünschenswert wäre.

Förderung durch Verkehrsministerium

So beispielsweise der mögliche Ausbau einer Radverkehrsverbindung zwischen Wuppertal und Düsseldorf, die sogar über Haaner Stadtgebiet führen würde. Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und findet in diesem Jahr zum achten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test 2018 aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) mit rund 195.000 Euro.

Auch auf Facebook und Twitter

Neuigkeiten zum Fahrradklima-Test postet der ADFC auf Twitter und Facebook unter #fkt18 und #radklima. Radbegeisterte werden gebeten, die Informationen weiter zu verbreiten. Der Test wird umso aussagekräftiger, je mehr Menschen mitmachen. "Auch wir als ADFC Ortsgruppe Haan werden wieder für eine Teilnahme am Fahrradklimatest 2018 werben und hoffen, dass erneut die für eine Auswertung notwendige Anzahl an Teilnehmern erreicht wird", sagt Gries.

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