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Bürgerhausareal Gruiten: »Es wäre ein Befreiungsschlag«

Haan. Die FDP-Fraktion will, dass die Stadt schnellstmöglich mehr Wohnraum zur Verfügung stellt. Für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr (SUVA) beantragte die Partei den Tagesordnungspunkt »Bebauung des Bürgerhausareals in Gruiten«.

Reinhard Zipper (Sprecher der FDP-Fraktion im SUVA) ist sauer. Bereits seit vielen Jahren steht das Bürgerhaus in Gruiten leer. "Pläne, die Fläche mit Wohnraum zu bebauen, liegen seit 2016 in der Schublade", sagt er. Zwar wird das Gebäude aktuell abgerissen jedoch ist mit der Umsetzung der Pläne frühestens 2020 zu rechen. "Das ist viel zu spät. Wir brauchen den Wohnraum sofort. Das wäre ein Befreiungsschlag für die Stadt", meint Zipper. Insgesamt sind 110 Wohneinheiten auf dem Gelände rund um das Bürgerhaus geplant.

Antrag ist gestellt

Für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr beantragt die FDP-Fraktion jetzt den Tagesordnungspunkt "Bebauung des Bürgerhausareals in Gruiten".

Darin wird die Verwaltung beauftragt, die Beschlüsse des Rates vom 29. September 2016 zur städtebaulichen Entwicklung des Bürgerhausareals in Haan-Gruiten unverzüglich umzusetzen. Insbesondere sei der Bebauungsplan zu erstellen und der Investorenwettbewerb ohne weitere Verzögerung vorzubereiten.

"Seit Jahren wird der Mangel an Wohnraum in Haan beklagt. Dementsprechend wird dem Wohnungsbau in der Stadt allgemein hohe Priorität beigemessen", sagt Zipper. Selbst aus Teilen der Verwaltung sei zu hören, dass die Rekrutierung neuen Personals auch daran scheitert, dass kein entsprechender Wohnraum in Haan zur Verfügung stehe.

Am 29. September beauftragte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr die Verwaltung mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 93 "Bürgerhausareal" auf der Grundlage des beschlossenen städtebaulichen Konzepts sowie mit der Vorbereitung eines Investorenvergabeverfahrens auf Grundlage der ebenfalls vom Ausschuss beschlossenen Vermarktungskriterien.

"Eine Entscheidung, ob die Vermarktung in einem Zuge oder in zwei Tranchen vorzunehmen ist, sollte vor Veröffentlichung des Investorenvergabeverfahrens getroffen werden", erklärt Zipper. Seither werde das Verfahren seitens der Verwaltung nicht weiter verfolgt.

Auf Anfrage der FDP-Fraktion wurde dies von der Verwaltung damit begründet, dass sich eine Stadtentwicklungsgesellschaft auf Beschluss des Rates in Gründung befinde und dieser, nach Erlangung der Geschäftsfähigkeit, die Vermarktung des Areals schließlich übertragen werden solle.

"Völlig verfehlte Prioritäten"

"Aus unserer Sicht werden hier völlig verfehlte Prioritäten gesetzt", beklagt Zipper. "Da wird der Gründung einer neuen städtischen Gesellschaft der absolute Vorrang vor der Erstellung dringend benötigten Wohnraums gegeben."

Wie von der Verwaltung zu erfahren war, soll sich die Gründung der Stadtentwicklungsgesellschaft nun noch bis 2020 hinziehen und erst dann mit der weiteren Entwicklung des neuen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Bürgerhausareal begonnen werden.

"Wir halten die nun angekündigte "Verschleppung" der Umsetzung der Beschlüsse aus dem September 2016 auf dann etwa vier Jahre für völlig unangemessen, angesichts des in Haan und Gruiten dringend benötigten Wohnraums."

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