Nicole Marschall

Willkommene Abwechslung zum Ferienende!

TSV-Jugendzentrum besuchte Flüchtlingskinder

Erkrath. (NM) Malen, basteln, spielen und Sport treiben – für die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft an der Freiheitstraße ist das keine Selbstverständlichkeit. Das Team des TSV Hochdahl brachte während der letzten Ferientage willkommene Abwechslung!

Saud lässt sich kaum ablenken, während er mit den Filzstiften, die das Team vom Jugendzentrum des TSV Hochdahl mit in die Flüchtlingsunterkunft an der Freiheitstraße gebracht hat, tief über sein Blatt gebeugt, malt. »Malst du mir ein Herz?«, fragt er plötzlich – und das Eis ist gebrochen. Der Neunjährige kommt aus dem Irak, seit rund fünf Monaten ist er in Deutschland, erzählt er auf unsere Fragen. In der Notunterkunft in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schuler sei es oft langweilig. Von der Aktion des TSV Hochdahl ist er daher restlos begeistert.

Auch Hausmeister Gerhard Petzinna weiß, was die Abwechslung für die Kinder bedeutet und ist fasziniert, wie konzentriert und motiviert sie bei der Sache sind, mit den fünf Betreuern des TSV basteln, malen, spielen und ein wenig Sport treiben. »Die Familien leben hier alle in sehr kleinen Zimmerchen«, erzählt er. Um der Enge zu entfliehen, sind auch die Jüngsten meist bis nachts mit den Jugendlichen auf dem Hof. Für das spontane Kreativ- und Bewegungsangebot, das der Hochdahler Sportverein an den letzten beiden Ferientage vor Ort von 11 bis 13 Uhr anbot, mussten die meisten daher erst einmal geweckt werden.

»Die ersten trudelten hier ganz verschlafen ein«, lacht Gabriela Klosa, Leiterin des TSV-Jugendzentrums, und freut sich, dass sich nach einer halben Stunden gut 15 Kinder im Gemeinschaftsraum eingefunden haben. »Wir wollen mit dem Angebot Brücken zu unserem Verein schlagen – auch für die Zeit, wenn das Asyl genehmigt ist und die Familien bleiben dürfen. In erster Linie geht es aber darum, den Kindern hier und jetzt eine schöne Zeit zu bieten«, sagt sie.

Tanzen bietet der TSV bereits seit Juni vor Ort in der Unterkunft an. »Die Jungs können hier gleich um die Ecke zum Fußball gehen«, weiß die Diplom-Sozialpädagogin. Um den Mädchen und Frauen ebenfalls eine sportliche Betätigung zu ermöglichen und die Integration zu fördern, soll in Kürze ein Gymnastikkurs für die Frauen starten. Über die Frauenbeauftragte der Stadt Erkrath, Annegret Pohlmann, konnte der Verein die Finanzierung einer Übungsleiterin sicherstellen. Auch in andere Sportarten dürfen die Asylsuchenden bis zu fünf Monate kostenlos reinschnuppern. »Danach müssen wir schauen«, so Klosa, »ob die Mitgliedschaften vielleicht über Sponsoren gedeckt werden können.« In den Herbstferien soll es zudem wieder eine ähnliche Ferienaktion wie jetzt geben. Und auch über ein regelmäßiges Freizeitangebot für die Flüchtlingskinder will der Verein beraten.

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