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Düsseldorf: Neue Impulse für eine "aussterbende" Schulform

Erkrath. Am 10. Juli 2018 ging Schulleiterin Karin Malzkorn nach 16 arbeitsintensiven Jahren an der Carl-Fuhlrott-Schule in den Ruhestand. In ihre Fußstapfen tritt jetzt der 42-jährige Andreas Lösche.

Hauptschule ist immer ein bisschen verschrien und gilt mittlerweile als Randerscheinung. Aber es geht weiter mit der Hauptschule in Erkrath: Die Carl-Fuhlrott-Schule ist eine von zwei "überlebenden" Hauptschulen im Kreis Mettmann. Und das wird wohl vorerst auch so bleiben. "Wir haben seit Jahren stabile Anmeldezahlen und in Erkrath wird das dreigliedrige Schulsystem sehr gefördert. Zudem hat die Schule einen sehr guten Ruf. Das sind auch die Gründe, warum ich die Stelle als Schulleiter anvisiert habe", so der neue Schulleiter Andreas Lösche. "Ich war von Anfang an begeistert, wie an dieser Schule mit den Kindern gearbeitet wird.", sagt er.

Inklusive Schule

2018 war zudem das 50-jährige Jubiläum, welches ebenfalls für eine sehr gute Arbeit in den letzten Jahren spricht. Dies wurde am 21. April 2018 mit Schülern, Eltern und Lehrern sowie Vertretern aus Politik, Stadt, Partnerverbänden und Nachbarschulen gefeiert.

Seit 2005 ist Lösche als Lehrer an der Schule. Der gelernte Diplom-Bauingenieur war zuletzt einige Jahre als Konrektor im Einsatz. Daneben ist er Lehrer für Mathe und Technik. Zudem war er lange für die Ganztags-Koordination zuständig.

Der verheiratete Familienvater ist neben seiner schulischen Tätigkeit viel im sportlichen Bereich unterwegs. Tennis und Joggen bringen ihm den Ausgleich zu seiner fordernden Tätigkeit im Arbeitsalltag. Je nach Wetter bestreitet der Benrather zudem den Weg zu seinem Arbeitsplatz mit dem Fahrrad.

"Wir haben natürlich einige besondere Schüler, die beispielsweise langsamer lernen und auch viel mehr Sozialarbeit benötigen als andere", erklärt der Schulleiter. Zwei Sozial­pädagoginnen kümmern sich mit verschiedenen Programmen um diese Schüler.

"Wichtig ist uns, auch diesen Jugendlichen eine Perspektive, vor allem für den Start ins Berufsleben, zu bieten. Berufsvorbereitende Angebote genießen bei uns einen sehr hohen Stellenwert", betont Lösche.

Zum vierten Mal ausgezeichnet

Besonders ist hier die Kooperation mit dem Handwerkerkreis Erkrath zu nennen. Im Rahmen des Kooperationsnetzes Schule-Wirtschaft (KSW) besuchen regelmäßig Erkrather Handwerker die Neuntklässler und bringen sich dabei aktiv in den Unterricht ein.

An der Schule gibt es einige Klassen, in denen nicht nur Hauptschüler unterrichtet werden, sondern auch Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Lehrer dieser Klassen werden von den Sonderpädagogen unterstützt.

In einigen Unterrichtsfächern und bei individuellen Schwierigkeiten werden sie aus der Stammklasse herausgenommen und erhalten eine erforderliche Förderung in Kleingruppen.

Stadt und Eltern machen mit

Das Siegel "Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule" erhält die Schule im Februar bereits zum vierten Mal. Gemeinsam mit fünf anderen Schulen freut sich Lösche erneut, diese Auszeichnung in Düsseldorf zu empfangen.

Intensive Kontakte zur Verwaltung der Stadt und diversen Institutionen außerhalb der Schule, Einbindung von außerschulischen Trägern und die Durchführung zahlreicher außer­unterrichtlicher Projekte kennzeichnen die Arbeit der Carl-Fuhlrott-Schule.

Kultur, Musik und Kunst liegen Lösche besonders am Herzen. "Diese Fächer möchte ich zukünftig mit neuen Angeboten weiter ausbauen", sagt er. Auch auf einen engen Austausch mit dem Gymnasium und der Realschule legt er viel Wert. Viele engagierte Eltern unterstützen die Schule zudem bei der Arbeit. Ob Förderverein oder diverse Unterstützer bei den Vorbereitungen für Schulfeste: "Viele Eltern sind bereit, aktiv mitzumachen", freut sich Lösche.

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