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Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Erkrath. Seit 2011 gibt es die Brötchentütenaktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte". Koordiniert von der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Annegret Pollmann, beteiligen sich inzwischen viele Bäckereien, die Tafel, Metzgereien, Tankstellen, Kioske und die städtischen Unterkünfte für Flüchtlinge.

Auch 2018 wird in Erkrath, wie in vielen weiteren Städten in ganz Deutschland, am Aktionstag "Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen" am Sonntag, 25. November, sowie zuvor bereits am Samstag, 24. November, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt.

10.000 Tüten für Erkrath

Mit insgesamt 10.000 Tüten sollen die Einwohnerinnen und Einwohner für das Thema sensibilisiert werden. Auf der Rückseite sind die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen abgedruckt. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und die beteiligten Betriebe hoffen, auf diesem Weg mehr Frauen zu erreichen, die sonst vermutlich wenig über Hilfsangebote erfahren. Darüber hinaus rückt das Thema der Gewalt und insbesondere der häuslichen Gewalt durch die öffentliche Aktion wieder stärker in den Fokus und soll Opfern häuslicher Gewalt Mut machen, den Täter anzuzeigen oder sich selbst Hilfe zu suchen.

Häusliche Gewalt gibt es überall

Jährlich flüchten etwa 40.000 Frauen und ihre Kinder in Deutschland vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus. 2017 wurden allein im Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Mettmann 48 Frauen mit 46 Kindern aufgenommen. Für sie gab es trotz des seit 2002 bestehenden Gewaltschutzgesetzes keine Alternative zu diesem Schritt, da nur in einem Frauen- und Kinderschutzhaus der besonders hohe Schutzbedarf gewährleistet wird. 2017 wurden der zuständigen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann e.V. 633 Fälle im Kreis Mettmann gemeldet, davon 75 aus Erkrath. Von Januar bis Oktober 2018 sind es kreisweit bereits 650 Fälle, davon 60 aus Erkrath.

Sämtliche Notrufnummern sowie Flyer und Informationen zum Frauenhaus im Kreis Mettmann (Telefon: 02104/922220) und zur Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (Telefon: 02104 /1419221) - auch in fünf verschiedenen Sprachen - sowie des bundesweiten Hilfetelefons (08000/116016) liegen im Büro der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Erkrath im Kaiserhof, Bahnstraße 2, erste Etage, Zimmer 1.32 aus oder können bei ihr gern kostenlos unter 0211/24071021 oder per E-Mail an annegret.pollmann@erkrath.de angefordert werden.

Dank an die Unternehmen

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkrath, Annegret Pollmann, dankt allen Erkrather Teilnehmern, die die Aktion am 25. November tatkräftig unterstützen.

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