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Runter vom Plastik-Müllberg

Kreis Mettmann. Von der Einkaufstüte über Getränkeflaschen bis zu Spielzeug und Keksverpackungen: Produkte aus Kunststoff sind allgegenwärtig. Ein Leben ohne Plastik? Kaum noch vorstellbar! Oder? Wir starten mit unserer neuen Serie den Selbstversuch.

Zehn Tage lang haben vier Wochenpost-Redakteure sämtlichen Verpackungsmüll aufbewahrt und in der Redaktion gesammelt. Beim Einkauf während dieser Tage, verhielten sich die "Tester" jeweils wie gewohnt.

Die Redakteure (ein Single, zwei Familienväter und ein Redakteur in einer Beziehung) sammelten fleißig über zehn Tage anfallende Plastikverpackungen und staunten am Ende über das Ergebnis: Die Redakteure mit Familie hatten nämlich nicht - wie eigentlich erwartet - den meisten Müll produziert. Die kleineren Haushalte waren es, die viel Verpackung pro Ware "produzierten". Größere verbrauchen im Gegensatz mehr Ware pro Verpackung. Spitzenreiter war Redakteur Olaf Pieper (Single). Hier fiel jede Menge Müll durch Fastfood- und Mikrowellenprodukte an.

"Bei meinen Einkäufen entscheidet oft der Preis", sagt er. Aber auch der Wohnort spiele eine Rolle. Lediglich ein Discounter befindet sich im näheren Wohnumfeld, wodurch sich die Auswahlmöglichkeit der Einkäufe sehr einseitig gestalte.

Verbraucher ärgern sich

"Deutschland liegt europaweit vorne beim Verpackungsmüllaufkommen. Mit 220 Kilogramm Verpackungen pro Kopf verur­sacht Deutschland jährlich die meisten Verpackungsabfälle. Länder mit vergleichbarem Lebensstandard, wie Österreich und Schweden, erreichen Mengen von zirka 150 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Die Menge an Verpackungsabfällen nimmt - mit Schwankungen - weiterhin zu. Und dass, obwohl der Materialverbrauch für eine durchschnittliche Verpackung durch Optimierungsmaßnahmen sogar abgenommen hat", heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale NRW.

"Zu Recht beschweren sich Verbraucher bei der Verbraucherzentrale NRW über Produkte, die übermäßig oder überflüssig verpackt sind. Sie fühlen sich außerdem durch unnötig viel Hohlraum in Verpackungen getäuscht. Nicht zuletzt müssen sie die aufwändigen Verpackungen mit dem Preis für die Produkte und den Lizenzentgelten für die Entsorgung mit bezahlen", heißt es weiter.

Das neue Verpackungsgesetz

Das Verpackungsgesetz löste die bisherige Verpackungsverordnung zum 1. Januar 2019 ab. Mehrwegverpackungen besser zu kennzeichnen, Recyclingquoten zu steigern und auf Wiederverwertung von Verpackungsmaterial zu setzen - so die Zielsetzung. Verbraucherverbände kritisieren allerdings, dass die Vermeidung von Verpackungsabfällen in dem Gesetz zu kurz kommt. Augenfällige Neuerung aus dem Verpackungsgesetz im Verbraucheralltag: Seit dem Jahreswechsel müssen Einzelhändler an den Regalen gut sichtbar kennzeichnen, ob der Kunde dort zur Einweg- oder Mehrwegflasche greift.

Jetzt lautet der Auftrag an die Redakteure: Zehn Tage möglichst plastikfrei einkaufen und dabei die Preise vergleichen. Wie das funktioniert und ob sich am Ende auf den Einkaufspreis auswirkt, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie.

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