Nicole Marschall

»Ein Pferd wäre ein guter Blechbläser – oder doch nicht?«

CVJM Posaunenchor sucht Nachwuchs

Erkrath. Mit einer kurzweiligen und dennoch lehrreichen Musikstunde macht der CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) Hochdahl in Erkraths Grundschulen derzeit Werbung für seinen Posaunenchor. Den Blechbläsern fehlt der Nachwuchs. Die Aktion »Jungbläserstart 2015« soll dies ändern.

»Ein Pferd wäre ein guter Blechbläser, wenn es denn an – hmm – leckeren Schokopudding denken würde« – witzig und kindgerecht bringt Andreas Form, Bundesposaunenwart des CVJM-Westbundes, im Rahmen einer Probestunde zurzeit Erkraths Dritt- und Viertklässlern bei, dass man in das Mundstück eines Blechblasinstruments nicht einfach hinein pustet wie in eine Flöte. Bei einem Blechblasinstrument muss der Musiker mit den Lippen die Schallwellen des Tons bereits vor der Übertragung ins Instrument selbst erzeugen. Dazu braucht er eine ganz bestimmte Technik. Und die ähnelt »dem Schnauben eines Pferdes« – und der Formung des Mundes, wenn man »hmm, an leckeren Schokoladenpudding denkt«, erklärt er.
Die Schüler verstehen schnell, was er meint, und »tröten« schon nach wenigen Minuten ihre ersten selbst erzeugten Töne durch die Mundstücke, die Sabine Osthege, Vorsitzende des CVJM Posaunenchors Hochdahl, und ihre Vereinskollegen mitgebracht haben. Halten sie ein Instrument daran, wird der Ton verstärkt. Für die Kids eine tolle Erfahrung. Wie eine Posaune oder Trompete mit ein paar Jahren Übung klingt, haben Sabine Osthege, ihr Mann Martin sowie Christine Hedderich und Walter Kreuter vergangene Woche den Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Willbeck anhand der Stücke »Hey Pippi Langstrumpf«, »Probier's mal mit Gemütlichkeit« und »Danke für diesen guten Morgen« vierstimmig gezeigt. Andreas Form hat noch dazu Didgeridoo und Susaphon dabei.
Mit der ungewöhnlichen Musikstunde will der CVJM Nachwuchs für seinen Posaunenchor gewinnen. Von den aktuell 18 Mitgliedern ist ein Drittel bereits über 65 Jahre alt, nur zwei Personen sind jünger als 18. Das soll sich mit der Aktion »Jungbläserstart 2015« ändern. Angesprochen sind aber nicht nur die Kinder: »Wir hoffen, über die Kinder auch die Eltern zu erreichen«, erklärt Sabine Osthege ihr Ziel: »Wir haben viele Mitglieder, die erst im Erwachsenenalter angefangen haben, ein Instrument zu lernen.« Wie erfüllend Hausmusik in der Familie sein kann, weiß sie aus eigener Erfahrung: Als Jugendliche war sie kurzzeitig in einem Posaunenchor. Über ihre Tochter hat sie dann Jahre später wieder zu ihrem Hobby und dem Hochdahler Posaunenchor gefunden – und auch gleich ihren Mann dafür begeistern können.
Trompete, Posaune, Horn oder Tuba auf hohem Niveau spielen zu lernen und gemeinsam – auch vor Publikum – zu musizieren ist jedoch nicht alles. Viel Wert legt der CVJM auch auf gesellig-soziale Aspekte.

Noch bis Ende des Monats ist der Posaunenchor des CVJM Hochdahl in Erkraths Grundschulen unterwegs, um die Lust an einem Blechblasinstrument zu wecken. Am Montag, 2. Februar, laden die Musiker interessierte Kinder und deren Eltern zu einem Informationsabend und einer ersten unverbindlichen Gruppenstunde ins Evangelische Gemeindehaus Sandheide, Hans-Sachs-Weg 1, ein.
Die folgenden Gruppenstunde finden dann jeweils montags von 17.30 bis 18.30 Uhr unter der Leitung von Musikpädagoge und Bundesposaunenwart Wolfgang Wurth statt. Die Instrumente stellt der CVJM; als Kostenbeteiligung fallen 100 Euro pro Schulhalbjahr an.

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