Christian P. Seibel

Die Vielfalt des Theaters: Die »neanderland BIENNALE«

Kreis Mettmann. Zwei Wochen lang wird der Kreis Mettmann wieder zur großen Bühne: Bei der 9. Neanderland Biennale unter dem Motto »Theater10« gibt es in allen zehn Städten ein beeindruckendes Theaterprogramm. Haan ist mit dem Figurentheater dabei.

40 Veranstaltungen warten vom 29. Juni bis zum 14 Juli auf ihr Publikum. Ensembles aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, sowie Akteure aus der heimischen Amateurszene spielen teilweise Open Air. Die Veranstalter versprechen »10 Städte, 10 Theater, Spaß hoch 10«. Die Stücke spiegeln eine große Bandbreite der Theater-Möglichkeiten wider. Von Lesung über Musik-Cabaret, bis zu Figuren-, Playback- und Improvisationstheater gibt es einfallsreiche Produktionen.


Die große Eröffnung beginnt am 29. Juni um 19 Uhr mit einem Bürgerdinner unter der Markthalle in Erkrath. Essen und Getränke bringen die Besucher selber mit. Dazu werden sie mit Musik von den Schrägen Vögeln, den Blechbläsern der Musikschule Erkrath und szenischen Einlagen der lokalen Amateurgruppe KuTiNea unterhalten. Wer nach den zwei Stunden noch da bleibt, kann gleich noch die durchgeknallte Musik-revue »Bankal Balkan« der französischen Gruppe »Bazarnaüm Production« genießen.

Vorstellungen vor der Haustür


Haan ist mit Figurentheater dabei: Das Theatrium Steinau bringt am 5. Juli Jonas Jonassons Buch »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand« auf die Bühne der Aula der Gesamtschule Walder Straße. Das vielschichtige Rollenspiel für Erwachsene mit einer phantasievollen Ausstattung wird von Schauspiel-szenen und vergnügt-deftiger Musik getragen.


In Hilden gibt es eine szenische Lesung: Das epische Gedicht »Der Untergang der Titanic« von Hans Magnus Enzensberger wird am 30. Juni von Andreas L. Maier auf besondere Art vorgetragen. Zum Einsatz kommt neben seiner Stimme auch ein Soundtrack des Kölner Komponisten Gregor Schwellenbach, der für eine spezielle Atmosphäre sorgt. Ort der Veranstaltung ist QQTec in der Forststraße.


Monheim
punktet mit einer besonderen Vorstellung: Einem Spaziergang. Bei diesem Rundgang durch Monheim unter dem Titel »Zu Fuß« gibt es spontanes Improvisations-Theater mit der Gruppe Emscherblut. Hier mischen sich Fakten und historische Anekdoten mit fiktiven Geschichten. Das Ganze wird dazu noch von einem Zweimann-Orchester begleitet. Der Theater-Bummel startet am 6. Juli am Rathausplatz.


Langenfeld liefert eine  außergewöhnlichen Form: Der Looters e.V. bietet im Schaustall am Winkelsweg ein theatrales Escape Game an. Dabei sind die Zuschauer Teil des Stücks und müssen als Assistenten einer abgedrehten Wissenschaftlerin durch das Lösen von Rätseln helfen, eine Maschine zur Kontrolle des Wetters zu bauen. Damit das Stück auch für jeden zu einem Erlebnis wird, ist die Zuschauerzahl auf acht begrenzt. Dafür wird das Stück aber auch 28 Mal aufgeführt.
In den anderen Städten finden sich bekannte Stücke in neuem Gewand, wie z.B. »Heidi« in Wülfrath oder »Die Nibelungen« in Ratingen oder Kindertheater in Heiligenhaus.

»Gemeinsam ins Theater«


Besonderheit der diesjährigen Biennale ist das theaterpädagogische Projekt »Gemeinsam ins Theater«. Wer keine Lust hat, alleine in eine Vorstellung zu gehen, oder sich für Hintergründe der Produktionen interessiert, kann sich für diese Aktion voranmelden und geht dann mit einer Gruppe zusammen zu den Vorstellungen. Man trifft sich vorab zum Kennenlernen und kann dann auch schon an Einführungsveranstaltungen zu den Stücken oder auch an Gesprächen nach den Aufführungen teilnehmen. Dieses Zusatzangebot ist kostenlos. Anmelden kann man sich per E-Mail an anmeldung@neanderland-biennale.de oder per Telefon unter 02104 / 99 11 90.


Das komplette Programm gibt es online unter www.neanderland-biennale.de. Manche Stücke kosten keinen Eintritt, laufen aber unter dem Motto »Betaal, wat de häs«, das heißt, am Ende der Aufführung bezahlt man einfach so viel, wie man möchte.

Karten gibt es online oder an den Vorverkaufsstellen von neanderland-ticket


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