Peter Galldiks

Vermietung eines Arbeitszimmers an den Arbeitgeber

Expertentipp. Die Experten von Kaib, Galldiks und Partner Steuerberater & Wirtschaftsprüfer geben Tipps

Für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen Arbeitnehmer die entstandenen Aufwendungen nur dann in voller Höhe steuerlich geltend machen, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet. Das ist aber bei Angestellten Mitarbeitern nur in relativ seltenen Fällen so, beispiels-weise dann, die Tätigkeit (fast) ausschließlich zu Hause ausgeübt wird.

Liegt der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit aber im Außendienst oder in der Firma, sind die Aufwendungen für das Arbeitszimmer regelmäßig nicht abzugsfähig. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn kein anderer Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht. Dann sind die Aufwendungen bis zur Höhe von 1.250 EUR pro Jahr abziehbar. Diese Möglichkeit kann auch bei einem Poolarbeitsplatz in Betracht kommen, wenn sich viele Mitarbeiter relativ wenige eingerichtete Arbeitsplätze teilen müssen.

Dabei kommt es darauf an, ob in der Firma jederzeit ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht und genutzte werden kann und nicht darauf, ob sie einen dort vorhandenen Arbeitsplatz wahlweise nutzen oder nicht nutzen. Die Rechtsprechung hat in einem aktuellen Urteil die Anerkennung eines Heimarbeitsplatzes abgelehnt, weil auch an Heimarbeitstagen ein Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung stand.

Zwei Möglichkeiten zur steuerlichen Beurteilung

Um das Problem der Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers zu umgehen, kann der Arbeitgeber Ihr Homeoffice in der Wohnung oder im eigenen Haus anmieten. Bei der steuerlichen Beurteilung gibt es dann zwei Möglichkeiten:

  1. Erkennt das Finanzamt das Mietverhältnis an, erzielen Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die Mietzahlungen müssen Sie zwar versteuern, aber im Gegenzug können alle Ausgaben geltend gemacht werden, die im Zusammenhang mit dem beruflich genutzten Raum  stehen. Oft kommt dabei sogar insgesamt ein Verlust heraus, den Sie im Rahmen der Steuererklärung mit anderen Einkünften verrechnen können. Ob die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt sind, spielt keine Rolle mehr.
  2.  Geht die Finanzverwaltung hingegen davon aus, dass die Anmietung in erster Linie den Interessen des Arbeitnehmers dient, sind die Einnahmen als Arbeitslohn zu erfassen. Die Kosten für das Zimmer bleiben steuerlich nicht abzugsfähig.
    Zur Abgrenzung kommt es sehr wesentlich darauf an, dass das Arbeitszimmer überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers genutzt wird. Die Gestaltung des Mietvertrags sowie dessen tatsächliche Durchführung müssen maßgeblich und objektiv von den Bedürfnissen des Arbeitgebers geprägt und auch nachvollziehbar sein


Nach Auffassung der Finanzverwaltung sprechen die folgenden Gründe für das Vorliegen eines überwiegend betrieblichen Interesses:

  1. Es fehlen geeignete Arbeitsplätze im Betrieb, z.B. durch zu hohe Auslastung oder viele beschäftigte Teilzeitkräfte, denen nicht allen ein fester Arbeitsplatz angeboten werden kann oder junge Mütter, die nicht in der Lage sind, täglich ins Büro zu kommen, auf deren Arbeitskraft der Arbeitgeber aber angewiesen ist,
  2. der Arbeitgeber hat für andere Mitarbeiter des Betriebs, die über keine geeignete Wohnung verfügen, Arbeitsräume bei Dritten angemietet;
  3. es wurde eine ausdrückliche, schriftliche Vereinbarung über die Bedingungen der Nutzung des überlassenen Raums in einer Form abgeschlossen, wie dies auch fremde Dritte untereinander tun (Mietvertragsdauer, Kündigungsvorschriften, Mietzahlungsverpflichtung und Nebenkostenabrechnung etc.).


Verzichten Sie allerdings Höhe der vereinbarten Miete auf einen Teil des Ihnen zustehenden Gehaltes, liegt nach Auffassung der Finanzverwaltung eine missbräuchliche Gestaltung vor, deren Anerkennung sie ablehnen wird.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, stehen wir Ihnen für eine persönliche Beratung gern zur Verfügung.


Peter Galldiks,
vereid. Buchprüfer und Steuerberater
Kaib, Galldiks und Partner
Steuerberater & Wirtschaftsprüfer
Hilden · Remscheid
www.stb-kgp.de


Mit acht Berufsträgern und über 40 Mitarbeitern gehört Kaib, Galldiks und Partner zu einer der größten Steuerkanzleien in Remscheid und Hilden. Betreut werden kleine bis große mittelständische Unternehmen, Einzelpersonen, Freiberufler oder Handwerksbetriebe aber auch Vereine und Stiftungen. Über die verbundene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft B&O Rheinisch-Bergische Treuhand GmbH (www.bo-wpg.de) können auch Prüfungsleistungen angeboten werden. Neben diesen kanzleiinternen Möglichkeiten profitieren die Mandanten darüber hinaus auch von einem großen Netzwerk an Spezialisten.

Ziel der Kanzlei ist es, den Mandanten als vielseitiger Allrounder individuell und persönlich zu betreuen, um für ihn ein optimales Ergebnis in steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht zu erzielen. Garant dafür sind unter anderem die langjährigen Berufserfahrungen und das unterschiedliche Expertenwissen im Partnerkreis. Selbstverständlich ist auch eine beständige Fortbildung des gesamten Teams. Die Bandbreite der Tätigkeiten reicht von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge, von der monatlichen Unterstützung bei Buchführung und Lohnabrechnung bis hin zur Steuerrechtsgestaltung und Steuerrechts-durchsetzung.


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