Marc Brocksieper

Steuertipp: Fristen für Ihre Steuererklärung 2017

Steuerberater Marc Brocksieper gibt Tipps

Expertentipp. Steuererklärungen sind regelmäßig bis Ende Mai des Folgejahres abzugeben. Für 2017 endet die Abgabefrist damit am 31.05.2018. Für den Fall, dass die Steuererklärung von einem Steuerberater erstellt wird, verlängert sich die Frist automatisch auf den 31.12.2018.

Die Verlängerung der allgemeinen Abgabefrist um zwei Monate auf den 31.07. gilt erst ab dem nächsten Jahr und betrifft daher leider erst die Steuererklärung für 2018.

Tipp vom Experten, Steuerberater Marc Brocksieper:


Sofern Sie es nicht rechtzeitig schaffen, Ihre Steuererklärung fristgerecht beim Finanzamt einzureichen (z.B. wegen eines längeren Krankenhausaufenthaltes), sollte in jedem Fall ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden.

Hier reicht ein formloses Schreiben aus, in dem Sie Ihre Steuernummer, Ihre persönliche Steueridentifikationsnummer, die betroffene Steuererklärung und natürlich die Gründe für die Nichteinhaltung der Frist benennen.

Oftmals genügt bereits ein telefonischer Fristverlängerungsantrag. Die Kontaktdaten Ihres zuständigen Sachbearbeiters finden Sie auf dem letzten Steuerbescheid.

Auch wenn ein Anspruch auf Fristverlängerung nicht besteht, wird plausibel begründeten Anträgen zumindest bei erstmaliger Verspätung oftmals gefolgt und die gewünschte Fristverlängerung gewährt.

Sollte die Erklärung der Finanzverwaltung ohne Angabe von Gründen nicht rechtzeitig vorliegen, droht vermeidbarer Ärger.

Zum einen kann das Finanzamt bei späterer Erteilung des Steuerbescheides einen Verspätungszuschlag festsetzen. Dieser ist bis Ende 2018 zwar auf 10% der festgesetzten Steuer und einen Betrag von maximal 25.000 EUR beschränkt, kann damit unter Umständen aber auch entsprechend hoch ausfallen.

Dabei hat das Finanzamt zurzeit noch einen relativ großen Ermessensspielraum, ob und in welcher Höhe ein Verspätungszuschlag festgesetzt wird. Ab 2019 werden die Vorschriften deutlich verschärft, wodurch jeder Steuerpflichtige automatisch einen Verspätungszuschlag erhält, der seine Steuererklärung nicht fristgerecht abgibt.

Darüber hinaus ist das Finanzamt berechtigt, die steuerlichen Bemessungsgrundlagen zu schätzen, wenn gar keine Steuererklärung vorliegt. Solche Schätzungsbescheide führen im Regelfall zu einer Nachzahlung, gegen die dann im Einspruchsverfahren vorgegangen werden muss. Hinzu kommt, dass auch ein geschätzter Steuerbescheid nicht von der Verpflichtung befreit, eine Steuererklärung abzugeben.

Daher gilt für Ihre Steuererklärung: Keinesfalls aussitzen und nichts tun! Fristen unbedingt im Auge behalten und sofern diese nicht eingehalten werden können, lieber aktiv das Gespräch mit dem Finanzamt suchen. Natürlich stehen auch wir gerne beratend zur Seite.

Marc Brocksieper, Dipl.-Finanzwirt, Steuerberater
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.