Thomas Strycker

Selbst genutztes Wohneigentum gefördert durch die KFW

Expertentipp. Die Experten von Kaib, Galldiks und Partner Steuerberater & Wirtschaftsprüfer geben Tipps

Grundsätzlich ist die politische Idee der deutschen Altersvorsorge aufgebaut auf drei Säulen – der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge sowie der privaten Vorsorge. Unter die private Vorsorge wird auch das Eigenheim subsummiert, das bereits seit vielen Jahren nur noch rudimentär steuerlich gefördert wird in Form von haushaltsnahen Dienst- bzw. Handwerkerleistungen.

Zusätzlich ist der Anteil der Häuslebesitzer in Deutschland mit 44 % im internationalen Vergleich relativ gering. An die gerade überwundene Finanz- und Wirtschaftskrise aus 2008 schließt sich dank Mario Dragi eine beispiellose Niedrigzinsphase an, die zwar Immobilienfinanzierungen günstig macht, gleichzeitig jedoch Immobilienpreise auf ungeahnte Höhen steigen lässt.

Mit dem neuen Baukindergeld reagiert nun Horst Seehofer und unterstützt Familien und Alleinerziehende mit einer kleinen Finanzspritze. Anders als bei der früheren Eigenheimzulage ist das Baukindergeld jedoch keine steuerliche Förderung, sondern durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert. Die wesentlichen Eckpunkte des Baukindergeldes sollen nachfolgend kurz vorgestellt werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden sowohl der Neubau als auch der Erwerb von Wohnungen und Häusern. Diese müssen in Deutschland belegen sein und zur Selbstnutzung als Hauptwohnsitz bestimmt sein. Dabei darf zwar das Grundstück alleine nicht jedoch die Immobilien geschenkt (also unentgeltlich erworben worden) sein.

Persönliche Voraussetzungen

  • a)    Einkommenshöhe

Mit dem Ziel der Förderung von Familien bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe müssen folgende Grenzen beachtet werden. Das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen darf maximal 90.000 € bei einem Kind nicht übersteigen. Diese Grenze erhöht sich für jedes weitere Kind um je 15.000 €.

Berücksichtigt wird dabei das zu versteuernde Einkommen des Antragstellers und des Ehe- oder Lebenspartners. Der Abgeltungsteuer unterliegenden Kapitalerträge sowie Einnahmen aus einer Tätigkeit als Mini-Jobber bleiben unberücksichtigt. Maßgebend ist das durchschnittliche zu versteuernden Einkommen des zweiten und dritten Jahres vor Antragstellung (also für 2018 der Durchschnitt aus 2015 und 2016).

  • b)    Kinder

Zum Haushalt muss mindestens ein minderjähriges Kinde gehören. Der Antragsteller muss kindergeldberechtigt sein oder mit dem Kindergeldberechtigten (Ehe- oder Lebenspartner) in einem Haushalt leben.

Ein Antragsteller wird nur einmal gefördert, kann also für jedes Kind nur einmalig Baukindergeld beantragen. Kinder, die zum Zeitpunkt des Antrags nicht im Haushalt des Antragstellers leben, werden nicht berücksichtigt. Daher wird für Kinder, die erst nach Antragseingang geboren oder in den Haushalt aufgenommen werden, kein Baukindergeld gewährt.

Antragfrist?

Ein Antrag auf Baukindergeld kann bis spätestens zum 31.12.2023 gestellt werden. Hierbei sind jedoch folgende Fristen zu beachten:

Liegt das Einzugsdatum zwischen dem 01.01. und dem 17.09.2018 muss der Antrag bis zum 31.12.2018 gestellt werden. Ab dem 18.09.2018 muss der Antrag spätestens innerhalb von drei Monaten nach Einzug gestellt werden.

Für den Fall des Erwerbs einer vorher bereits selbstgenutzten Immobilie (z. B. Kauf der gemieteten Wohnung) muss der Antrag spätestens drei Monate nach Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags gestellt werden, da als Einzugsdatum das Datum der Unterzeichnung des notariellen Kaufvertrags gilt.

Höhe des Baukindergeldes

Die Förderung sieht eine jährliche Zahlung von 1.200 € pro Kind vor:

 

 

Anzahl Kinder  

maximales Haushaltseinkommen

Förderung pro Jahr

 

in 10 Jahren  

1x Kind

90.000 Euro

1.200 Euro

12.000 Euro

2x Kinder

105.000 Euro

2.400 Euro

24.000 Euro

3x Kinder

120.000 Euro

3.600 Euro

36.000 Euro

u.s.w.

Fazit:

Ob das Baukindergeld finanzpolitisch für Deutschland Sinn macht, muss Herr Horst Seehofer sich fragen lassen. So hat sich neben dem Bundesrechnungshof auch die Zeitschrift „Die Welt“ bereits kritisch zum Baukindergeld geäußert und das Projekt als ineffizient beurteilt. Insgesamt muss man zu dem Schluss kommen, dass das Baukindergeld für die eigentliche Entscheidung über den Erwerb oder den Bau einer Immobilie nicht ausschlaggebend sein wird. Gleichwohl sollte die Förderung u.E. in Anspruch genommen werden, sofern die Voraussetzungen gegeben sind.

Bei Fragen stehen wir Ihnen natürlich gerne beratend zur Seite.

Thomas Strycker
Wirtschaftsprüfer / Steuerberater

Kaib, Galldiks und Partner
Steuerberater & Wirtschaftsprüfer
Hilden und Remscheid
www.stb-kgp.de

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