Jörg D. Oestreich

Keine Anerkennung von Firmenwagen bei Minijob mit Ehegatten

Expertentipp. Die Experten von Kaib, Galldiks und Partner Steuerberater & Wirtschaftsprüfer geben Tipps

Einem verbreiteten Steuersparmodell hat der Bundesfinanzhof(BFH) in seinem Urteil vom 10.10.2018 X R 44 45/17 die endgültige steuerliche Anerkennung versagt: Die Überlassung eines Firmen-PKW’s zur uneingeschränkten Privatnutzung ohne Selbstbeteiligung ist bei einem „Minijob“- Beschäftigungsverhältnis unter Ehegatten nicht fremdüblich.

Aktueller Streitfall

Im Streitfall beschäftigte der gewerblich tätige Kläger seine Ehefrau als Büro- und Kurierkraft mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von neun Stunden und einem Monatslohn von 400 Euro. Im Rahmen des Arbeitsvertrages überließ er ihr einen Pkw zur uneingeschränkten Privatnutzung. Den darin liegenden geldwerten Vorteil, der nach der sog. 1%-Methode ermittelt wurde, rechnete der Kläger auf den monatlichen Lohnanspruch von 400 Euro an und zog seinerseits den vereinbarten Arbeitslohn als Betriebsausgabe bei seinen Einkünften aus Gewerbebetrieb ab. Das Finanzamt erkannte das Arbeitsverhältnis steuerlich nicht an, da die Entlohnung in Gestalt einer PKW-Überlassung im Rahmen eines Minijobs einem Fremdvergleich nicht standhalte. Das Finanzgericht(FG) urteilte jedoch zugunsten des Klägers.

Aufgrund der vom Finanzamt(FA) beantragten Revision hob der BFH die FG-Entscheidung auf und ging von mangelnder Fremdüblichkeit aus. Arbeitsverträge zwischen nahen Angehörigen müssen für die steuerrechtliche Beurteilung sowohl hinsichtlich der wesentlichen Vereinbarungen als auch der Durchführung denjenigen Maßstäben entsprechen, die fremde Dritte vereinbaren würden. Nach diesen Grundsätzen hielt der BFH eine uneingeschränkte und selbstbeteiligungsfreie Nutzungsüberlassung eines Firmenwagens für Privatfahrten an einen familienfremden Minijobber für ausgeschlossen.

Denn ein Arbeitgeber werde im Allgemeinen dazu nur dann bereit sein, wenn die für die Privatfahrten entstehenden Kosten zuzüglich des Barlohns in einem angemessenen Verhältnis zum Wert der erwarteten Arbeitsleistung stünden. Bei einer lediglich geringfügigen Beschäftigung sei das nicht mehr der Fall. Unerheblich war für den BFH, daß die Ehefrau für ihre dienstlichen Aufgaben im Betrieb auf die Nutzung eines PKW‘s angewiesen war.

Bei Fragen stehen wir gerne beratend zur Seite.

Jörg D. Oestreich,
Steuerberater/Wirtschaftsprüfer


Kaib, Galldiks und Partner
Steuerberater & Wirtschaftsprüfer
Hilden · Remscheid
www.stb-kgp.de

Mit acht Berufsträgern und über 40 Mitarbeitern gehört Kaib, Galldiks und Partner zu einer der größten Steuerkanzleien in Remscheid und Hilden. Betreut werden kleine bis große mittelständische Unternehmen, Einzelpersonen, Freiberufler oder Handwerksbetriebe aber auch Vereine und Stiftungen. Über die verbundene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft B&O Rheinisch-Bergische Treuhand GmbH (www.bo-wpg.de) können auch Prüfungsleistungen angeboten werden. Neben diesen kanzleiinternen Möglichkeiten profitieren die Mandanten darüber hinaus auch von einem großen Netzwerk an Spezialisten.

Ziel der Kanzlei ist es, den Mandanten als vielseitiger Allrounder individuell und persönlich zu betreuen, um für ihn ein optimales Ergebnis in steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht zu erzielen. Garant dafür sind unter anderem die langjährigen Berufserfahrungen und das unterschiedliche Expertenwissen im Partnerkreis. Selbstverständlich ist auch eine beständige Fortbildung des gesamten Teams. Die Bandbreite der Tätigkeiten reicht von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge, von der monatlichen Unterstützung bei Buchführung und Lohnabrechnung bis hin zur Steuerrechtsgestaltung und Steuerrechts-durchsetzung.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.