Dirk Kammer

Abfindungen bei der Steuer und in der Sozialversicherung

Expertentipp. Die Experten von Kaib, Galldiks und Partner Steuerberater & Wirtschaftsprüfer geben Tipps

Wir blicken auf eine lange Zeit stetigen Wachstums zurück. Doch erste Anzeichen sind erkennbar, dass es sich beruhigt. Hinzu kommen technische Entwicklungen, die Arbeitsplätze wegfallen lassen. Um einen Arbeitsplatz aufzuheben, werden immer wieder Aufhebungsvereinbarungen getroffen, die mit einer Freistellung und einer Abfindung einhergehen. Wird die Abfindung wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt, ist sie in unbeschränkter Höhe sozialversicherungsfrei.

Was Sie wissen und beachten sollten!

Rechtliche Grundlage für die Behandlung von Abfindungen bei der Einkommensteuer bildet § 34 Einkommensteuergesetz. Diese Vorschrift gewährt bei einer Zusammenballung der Einkünfte eine Tarifermäßigung, die je nach Voraussetzung sehr deutlich sein kann. Im Volksmund spricht man hier von der sogenannten „Fünftel-Regelung“.

Stark vereinfacht rechnet sich dies wie folgt:

Man zieht vom zu versteuernden Einkommen  des Abfindungsjahres die Abfindung ab und prüft, wie hoch die Einkommensteuer bei dem zu versteuernden Einkommen ohne Abfindung ist. Dann dividiert man die Abfindungszahlung durch 5, addiert diesen Betrag auf das normale zu versteuernde Einkommen und prüft, wie hoch dann die Einkommensteuerlast auf diesen Fünftelbetrag der Abfindung ist. Die sich so rechnerisch ergebende Einkommensteuer multipliziert man dann mal Fünf, addiert dies auf die Einkommensteuer des zu versteuernden Einkommens ohne Abfindung und erhält so die Jahreseinkommensteuer.

Was sich kompliziert anhört, ist eine seit Jahrzehnten praktizierte Rechenformel. Hieraus lassen sich folgende Kernaussagen ableiten:

  1. Die Abfindung muss gebündelt in einem Jahr zufließen
  2. Je geringer das laufende Einkommen des Jahres ist, umso höher ist die Einkommensteuerentlastung.

Nun, was einfach klingt, ist nicht immer einfach. Klar ist: Beachten Sie unbedingt bei Abfindungsvereinbarungen, das die Abfindung in einem Kalenderjahr zufließt.

Bezüglich der Höhe des laufenden Einkommens ist es sinnvoll, hier die Abfindung in das Jahr zu legen, wo kein laufendes Einkommen mehr erzielt wird, optimal in das Folgejahr in den Januar.
Dann kann es sein, dass über den Ehepartner auch weitere Einkünfte vorliegen, oder Sie Mieteinnahmen haben, wie auch immer. Bitte: Denken Sie immer an die Kernaussage: JE geringer das laufende Einkommen, umso höher die Entlastung.

Bei Mietobjekten macht es Sinn, im Jahr der Abfindung kumuliert Instandhaltungen durchzuführen. Auch mag es interessant sein, zumindest Anzahlungen zu leisten (Achtung: Geldfluss muss erfolgen) auf notwendige Reparaturen.

Doch auch im Bereich der Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen bestehen durchaus Gestaltungsmöglichkeiten. So können Sie im Fall der privaten Krankenversicherung  (Basisversorgung) bis zum 2,5 Fachen des Jahresbetrags im Voraus zahlen.

Auch Vorsorgeaufwendungen in Kombination mit einem Rürup-Vertrag sind ein durchaus moderates Mittel, die Steuerlast deutlich zu senken.

Sollten keine diese Maßnahmen gewünscht sein, kann auch schon alleine durch die Wahl der Veranlagungsform von Ehegatten eine Steuerentlastung erzielt werden. Auch muss der Hinweis gegeben werden, das evtl. für das Jahr der Abfindung die Kirchensteuerpflicht in Frage gestellt werden kann, wobei hier durchaus auch ganz andere Gründe dagegen sprechen mögen und dies nur redaktionell aufgenommen wird.

Klar ist Eins: Die Tücke liegt im Detail. Wenn solche Themen anstehen, raten wir Ihnen dringend an, sich beraten zu lassen, um hier nicht unnötig Geld zu verschenken.
Mit unserer langjährigen Erfahrung und unserer vielfältigen Kompetenz begleiten wir Sie auch dabei natürlich gern.

Dirk Kammer, Steuerberater

Kaib, Galldiks und Partner
Steuerberater & Wirtschaftsprüfer
Hilden · Remscheid
www.stb-kgp.de



Mit elf Berufsträgern und fast 50 Mitarbeitern gehört Kaib, Galldiks und Partner zu einer der größten Steuerkanzleien in Remscheid und Hilden. Betreut werden neben Einzelpersonen, Freiberuflern oder Handwerksbetrieben viele kleine bis große mittelständische Unternehmen, aber auch Vereine und Stiftungen. Über die verbundene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft B&O Rheinisch-Bergische Treuhand GmbH (www.bo-wpg.de) können auch Prüfungsleistungen angeboten werden. Neben diesen kanzleiinternen Möglichkeiten profitieren die Mandanten darüber hinaus auch von einem großen Netzwerk an Spezialisten.

Ziel der Kanzlei ist es, den Mandanten als vielseitiger Allrounder individuell und persönlich zu betreuen, um für ihn ein optimales Ergebnis in steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht zu erzielen. Garant dafür sind unter anderem die langjährigen Berufserfahrungen und das unterschiedliche Expertenwissen im Partnerkreis. Selbstverständlich ist auch eine beständige Fortbildung des gesamten Teams. Die Bandbreite der Tätigkeiten reicht von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge, von der monatlichen Unterstützung bei Buchführung und Lohnabrechnung bis zur Steuerrechtsgestaltung und Steuerrechtsdurchsetzung.

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