AK

Bogenschießen im Mondscheinlicht

»Archer‘s Night« beim HSV: Fackeln auf der Schusslinie

Hellerhof. (AK). Bogenschießen ist nicht so leicht wie es vielleicht aussieht. Erschwert werden die Bedingungen, wenn der Schütze nahezu im Dunkeln die Scheibe treffen soll. Der Hellerhofer SV macht daraus ein Event.

Hochkonzentriert stehen die Bogenschießsportler aneinander gereiht vor ihrer Schützenbahn auf dem Gelände des HSV an der Eichsfelder Straße. Alles muss stimmig sein – Körperhaltung, Technik, Zielerfassung – und die entsprechende Kondition. »Es ist neben Golf die wohl schwierigste Sportart«, sagt Abteilungsleiter Siegfried Thiele. »Man braucht eine sehr gute Koordinationsfähigkeit, mentale Stärke und Ausdauer.« Wer einmal als Laie einen professionellen Bogen gespannt hat, dürfte das nachvollziehen können. Interessierte können sich bei der »Archer‘s Night« am Samstag, 29. August, ein Bild davon machen.

Um 19.30 Uhr beginnt der Abend mit einem gemütlichen Beisammensein. Bei Einbruch der Dunkelheit wird es erst richtig interessant: Die angemeldeten Mitglieder werden ein »Spaßturnier« im Mondscheinlicht absolvieren. Die Flugbahnen – 30 Meter – werden lediglich durch Fackelfeuer markiert. »Die Teilnehmer werden eine komplett andere Wahrnehmung haben«, sagt Trainer Siegfried Thiele. Im vergangenen Jahr feierte die Veranstaltung ihre gelungene Premiere.

Zur Technik: Olympiaathleten verwenden einen Recurvebogen mit Stabilisationssystem und eingebautem Visier. Beim Hellerhofer SV kommt meistens der Blankbogen zum Einsatz, der diese Vorrichtungen eben nicht hat. »Es wird intuitiv geschossen«, erklärt Thiele. »Dadurch bekommt man aber auch ein Gefühl für die Sache.«

Anfänger üben zunächst auf einer relativ kurzen Distanz und vergrößern bei entsprechenden Trainingsfortschritten die Abstände – bis sie mindestens 30 Meter weit zielen können. Navigiert wird lediglich mit Schulter und Bogenarm. Bei maximaler Anspannung während des Vollauszuges lösen die Finger die Sehne. Wahrlich ein erheblicher Kraftakt. »Und bei einem Turnier macht man das pro Durchgang 36 mal hintereinander«, gibt Thiele weiter zu bedenken.

Etwas kostspielig ist diese Sportart auch. Für eine vernünftige Ausrüstung muss man zum Einstieg mindestens 1.000 Euro investieren.

Dennoch übt Bogenschießen seit jeher eine Faszination aus, vor allem bei Jugendlichen. Vorbilder sind natürlich Robin Hood aber auch Serien wie »Arrow«. Auch wenn es sich um Fantasy und Mythen handelt: »Auch ich habe schon einmal einen Pfeil gespalten«, verrät Siegfried Thiele.

Der Sport wird beim HSV für Erwachsene sowie Jugendliche ab zwölf Jahre angeboten. Trainiert wird mittwochs ab 18 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr. Infos unter .

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