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»Wir wollen den Durchblick«

Garath. Gibt es sie noch, die Lobby für ältere Menschen? Wenn man sich die Verhältnisse in manchen Vierteln anschaut, möchte man das stark bezweifeln. Dabei altern wir als Gesellschaft doch rasant.

Kürzlich in Garath: Eine alte Dame quält sich mit zahlreichen Einkäufen auf dem langen Weg nach Hause ab. Dabei wird sie von Silke Gandor beobachtet: »Ich habe ihr angeboten, ihre Einkäufe nach Hause zu bringen. Dabei bin ich mit ihr ins Gespräch gekommen und sie hat mir gesagt, dass es für sie mit 84 Jahre,n Herzproblemen und starker Geh-Einschränkung) unglaublich aufwendig und schmerzvoll ist, ihre Einkäufe des täglichen Bedarfs zu erledigen. Angehörige oder Bekannte hat sie nicht, die sie dabei unterstützen könnten«, so die junge Mutter fassungslos. Ein Lieferservice komme für die Seniorin nicht infrage, weil sie kein Internet habe. Der Markt in Garath SW ist ihr aufgrund ihrer kleinen Rente auch zu teuer. Zudem wohnt sie noch in der dritten Etage ohne Aufzug. Silke Gandor: »Natürlich habe ich ihr auch die Einkäufe hochgetragen, aber das ist doch kein Zustand! Sie hat sich auch schon um barrierefreie Wohnungen bemüht, aber leider immer vergeblich.«

Ein großes Problem für Menschen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie die Garather Seniorin, ist der Zugang zu Hilfen. Oder hätten Sie gewusst, dass es ausgerechnet beim Jugendamt einen Ansprechpartner für die geschilderten Probleme gibt? 


Hier erhält man Rat

Helga Leibauer (SPD)  vom Seniorenrat empfiehlt: »Die ’Aufsuchende Seniorenhilfe, Organisation von Hilfen für den Verbleib in der eigenen Wohnung‘ ist unter der Nummer 892 2614 zu erreichen. Hier sind auch Mitarbeitende tätig wie ehemalige Langzeitarbeitslose, die nach Feststellung des Hilfebedarfs durch die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei ersten Unterstützungen wie Einkaufshilfen eingesetzt werden, bis das übliche Hilfesystem installiert ist. Dazu gehört auch, zu prüfen, ob über eine Pflegeeinstufung Hilfen organisiert werden können oder die Vermittlung in eine barrierefreie Wohnung erfolgen kann. Auch da gibt es Unterstützung durch das Wohnungsamt (Frau Neumair Telefon 899 4461). Über die Wohnberatung (Telefon 899 6404) kann Kontakt geknüpft werden, um zu überprüfen, ob Umbauten innerhalb der Wohnung sinnvoll und möglich sind und wie sie finanziert werden können.«

Peter Ries, der ebenfalls für den Seniorenrat kandidiert, fügt hinzu: »Es gibt zwar viele Hilfen und Unterstützungsangebote für Senioren, aber sie werden häufig nicht oder zu wenig in Anspruch genommen. Die Stadt Düsseldorf hat einen Wegweiser auf ihrer Homepage eingestellt, der auch in den Bürgerbüros ausgelegt ist. Auch die Bürgervereine, Senioren Clubs und der Seniorenrat sollten und können wichtige Informationen an ihre Mitglieder weitergeben.«

Wählen gehen!

Damit das funktioniert, ist eine starke Lobby im Seniorenrat wichtig. Deshalb sollten Wahlberechtigte nicht vergessen, ihre Stimme abzugeben. Bis Sonntag, 31. März, 12 Uhr, müssen die Wahlunterlagen beim Amt für Statistik und Wahlen eingegangen sein. Die Unterlagen können kostenlos zurückgeschickt werden. Ein Freiumschlag liegt bei.

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