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Folgenschwere Feier

Garath. (IT). »Massenschlägerei nach ungehemmtem Alkoholkonsum«. So der Tenor zahlreicher Medien. Damit wird das diesjährige Garather Schützenfest in eine Ecke gestellt, die den Verein gefährdet.

Die einen schreiben über 30 prügelnde Gäste auf dem Garather Schützenfest, in anderen Berichten waren es gar 50. Am Ende traf die Polizei am Rande des Schützenplatzes zwar auf rund 15 Randalierer, aber offenbar macht das keinen Unterschied. Die Schlagzeilen sind eindeutig – der Zusammenhang zwischen Schützenfeiern und Schlägereien schnell hergestellt. Michael Haas, 1. Vorsitzender der Garather Schützen, ist darüber mehr als verärgert: »Ich kann nicht nachvollziehen, warum etwas, das am Rande einer Veranstaltung passiert, zum zentralen Ereignis gemacht wird. Fakt ist: Keine Schützen waren in die Schlägerei involviert. Bei uns gilt: Wer sich im Uniformrock schlägt, der fliegt raus. Der Verein soll wertevermittelnd arbeiten. Das leben wir den 70 Jugendlichen auch vor, die bei uns mitmachen.« Pressesprecher Peter Ries ergänzt: »Die Randalierer kamen aus Monheim und Eller und hatten weder etwas mit den Schützen, noch mit dem Stadtteil zu tun. Ich weiß nicht, warum gerade junge Leute sich immer wieder an solchen Festen abarbeiten. Auch andere Veranstaltungen leiden ja darunter.«


Gefährliche Mehrkosten könnten entstehen

Dummerweise könnte man nun aber von behördlicher Seite gezwungen werden, die Sicherheitsauflagen zu erhöhen. Haas: »Das würde die Kosten etwa um ein Drittel ansteigen lassen. Ich weiß nicht, wie wir das stemmen sollen.«

Eine verzwickte Situation. Denn das jährlich stattfindende Schützenfest ist längst nicht das Ende des gesellschaftlichen Engagements der Brauchtumsförderer im Stadtteil.

Ob Martinszug, Osterfeuer oder Adventskonzert: Ohne die 250 Garather Schützen würde keine dieser Veranstaltungen stattfinden. Hinzu kommen Besuche in Altenheimen oder Spendenaktionen für soziale Projekte. 

»Wir müssen den Platz und die Bewohner schützen. Mit unserer Security funktioniert das auch ganz gut. Aber auch die Polizei sollte ihre Präsenz erhöhen. Beim diesjährigen Schützenfest gab es keine Polizeiwache. Einerseits zeigt das, dass es lange Zeit keinen Handlungsbedarf gab. Andererseits ist dadurch natürlich auch die Hemmschwelle der Randalierer gesunken«, so Peter Ries nachdenklich. »Schade ist auch, dass viele Medien in erster Linie auf den Sensationsfaktor aus waren und mit Dinge in den Mund legten, die ich nie gesagt habe. Das hätte ich mir wirklich anders gewünscht. Nicht nur für uns, sondern für den ganzen Stadtteil«, zeigt sich Michael Haas enttäuscht von der Berichterstattung im Nachgang. 

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