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Der Bahnhof ist der entscheidende Angstraum in Garath

Garath. Wie wohl fühlen sich die Garather in ihrem Umfeld? Wo geht es ihnen weniger gut und wo machen sie sogar »Angsträume« aus? Diese Fragen stellte Jaqueline Winkler in ihrer Bachelor Arbeit. Nun liegen uns die Ergebnisse vor.

An welchen Orten fühlen sich die Einwohner Düsseldorf-Garaths unwohl und welche Maßnahmen können seitens der Stadt dagegen ergriffen werden? Das war die zentrale Frage der Bachelor-Thesis der jungen Geografie-Studentin, die über eine Umfrage vor Ort und online geklärt werden sollte. »Insgesamt nahmen 100 Garather an der Umfrage teil. 63 Prozent von ihnen leben gerne in Garath, 14 Prozent leben nicht gerne in dem Stadtteil. 43 Prozent der Befragten fühlen sich in Garath sicher, 33 Prozent kreuzten an, dass sie sich unsicher fühlen« so Winkler. »Als generelle Auslöser von Unwohlsein in der Öffentlichkeit wurden besonders häufig schlechte Beleuchtung, Einsamkeit und Menschenleere, Unübersichtlichkeit der Wege, mangelnde Gepflegtheit und die dunklen Tageszeiten angegeben«, führt sie weiter aus. Der Ort, der für das größte Unbehagen in Garath sorgt, dürfte keine Überraschung sein. 

50 Prozent der Befragten gaben an, »dass sie sich am S-Bahnhof unsicher fühlen. Sie wünschen sich, dass es dort mehr Polizeipräsenz gibt, dass die Beleuchtung verbessert wird, dass der Bahnhof sauber und neu gestaltet wird und der Aufzug dauerhaft funktioniert. Des Weiteren fordern die Befragten eine Kameraüberwachung, Notrufsäulen und die generelle Belebung der Gegend, um die Sicherheit am S-Bahnhof zu steigern. Weiterhin wurden unter anderem Garath-Ost, das Einkaufszentrum, das Stadtteilzentrum inklusive des Anne-Frank-Hauses und der Schlosspark als unsichere Orte genannt«, schreibt Jaqueline Winkler.

Die Teilnehmer hatten zudem die Möglichkeit, Orte aufzuzählen, an denen sie städtebauliche Veränderungen bemerkt haben, die zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl beitragen. Winkler: »In diesem Kontext wurden unter anderem die verbesserte Beleuchtung im Stadtteilzentrum und die Neugestaltung der Westseite des S-Bahnhofs genannt.

51 Befragten ist das Handlungskonzept Garath 2.0 bekannt. Die Befragten, die das Konzept kennen, fühlen sich in Garath wohler und haben eine Steigerung der Sicherheit im Stadtteil Garath und mehr städtebauliche Veränderungen bemerkt, als die Teilnehmer, denen das Konzept unbekannt ist.«

In Interviews mit Bezirksbürgermeister Uwe Sievers und dem Leiter der Bezirksvertretung, Uwe Sandt, gaben die Befragten an, dass Bahnhöfe generell Unsicherheitsgefühle auslösen würden und dies nicht nur auf Garath zuträfe. »Auf die Frage, wie Angsträume oder unsichere Orte in einem Stadtteil identifiziert werden können, antworteten Herr Sandt und Herr Sievers, dass sie auch auf die Bürger angewiesen sind. Man kann telefonisch oder persönlich in der Bezirksverwaltung über solche Anliegen sprechen und die Stadt wird im Anschluss darauf reagieren und Maßnahmen einleiten.

Die Interviewpartner halten städtebauliche Maßnahmen, Umgestaltung von bestimmten Orten, den Einsatz von Sicherheitskräften und insbesondere die Belebung des Viertels als effektive Maßnahmen für ein besseres Sicherheitsgefühl in Garath. Dabei ist ihnen außerdem wichtig, dass der starke Zusammenhalt der Einwohner weiter gestärkt wird«, schreibt Winkler.

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