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Garather Angsträume erforscht

Düsseldorf Garath wird Gegenstand wissenschaftlicher Arbeit

Garath. Jaqueline Winkler erkundet Angsträume. Aber nicht irgendwelche dunklen Gassen in Chicago, sondern mitten in Garath. Wir sprachen mit ihr über die Hintergründe.

Ist Garath tatsächlich der Brennpunkt, als der er oft dargestellt wird? »Ich interessiere mich dafür, weil ich selber seit zwei Jahren in Düsseldorf wohne und dieses Vorurteil immer wieder gehört habe«, sagt die Geografie-Studentin, die zurzeit ihre Bachelor-Arbeit zum Thema »Das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Düsseldorf Garath: An welchen Orten fühlen sich die Einwohner Düsseldorf Garaths unwohl und welche Maßnahmen können seitens der Stadt dagegen ergriffen werden« verfasst.

»Ziel meiner Arbeit ist es, eine Karte mit den als Angsträume empfundenen Orten in Garath zu erstellen. Danach möchte ich schauen, was die Stadt unternehmen kann, um diese Angsträume zu beseitigen«, erklärt sie.

Dazu stellte sich die Studentin zunächst zur Geschäftszeit in die Fußgängerzone und sprach viele Garather persönlich an – mit verhaltenem Erfolg: »Leider wollte vor Ort kaum jemand mitmachen. Online sah das ganz anders aus. Insgesamt sind am Ende 130 Menschen befragt worden. Aus den Antworten, die ich bekam, ließ sich aber schon erschließen, dass der S-Bahnhof bzw. die Unterführung ein Problem darstellt und als Angstraum bezeichnet werden kann. Und mir fällt auf, dass die älteren Bewohner ihren Stadtteil positiver sehen als die jüngeren«, sagt sie.

Der Begriff Angstraum ist in der Fachliteratur bislang noch nicht so oft aufgetaucht, aber es gibt Studien zu Ortsteilen in Karlsruhe und Dortmund. Am 1. April ist Abgabetermin. Danach möchte Jaqueline Winter die Ergebnisse der Verwaltung zur Verfügung stellen. In der Wochenpost kann man sie bereits vorab lesen.

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Kommentar von Peter Ries
Das Thema "Angsträume" gibt es bereits seit einigen Jahren. Geschaffen wurde der Begriff einst von einem Bundespolitiker. Die Medien griffen es auf und machten es hoffähig. Es bezeichnet allgemein einen Ort, an dem Menschen Angst empfinden können.

Diese Orte gibt es überall auf der Welt. Natürlich gibt es auch in Garath - wie in Benrath, Hassels oder sogar auf der Königsallee - "Räume", die einem Angst machen können. Darum finde ich nichts Verwerfliches daran, dass Jaqueline Winkler dieses Thema für ihre Bachelor-Arbeit gewählt hat.

Ich bin auch der Meinung, dass man sie dabei unterstützen sollte und sie nicht - wie auf einer Garather Facebook-Seite - mit unqualifizierten Posts zu beleidigen oder gar vorzuwerfen, sie habe die Absicht Garath schlecht zu machen. Nein, liebe Kritiker und Dummschwätzer - das will sie nicht! Sie will nur nicht Dum daherreden, sondern eine fundierte, durch Fakten belegte Arbeit abliefern - sonst nix!