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Zwei Trainer-Asse im Kreuzfeuer

Interview mit Friedhelm Funkel und Frank Stoffels

Benrath. Nur noch wenige Tage bis am 14. August mit Fortuna Düsseldorf der wohl prominenteste Gegner dieses Jahres an die Karl-Hohmann-Straße kommt, um sich mit dem VfL Benrath zu messen. Die Wochenpost bat vorab beide Trainer zum Kreuzfeuer-Interview.


Welche Erkenntnisse für die kommende Saison möchten Sie aus dem Spiel gegeneinander ziehen? 

Friedhelm Funkel: Mir geht es in dem Spiel darum, dass meine Jungs viel Spielfreude zeigen und möglichst gut herausgespielte Torsituationen entstehen. Und, dass das dann natürlich auch in viele Tore umgemünzt werden kann. Ich hoffe unterm Strich, dass wir den hoffentlich zahlreichen Fortuna-Fans guten Fußball zeigen können.

Frank Stoffels: Es wird natürlich sehr schwer das zu beurteilen, weil der Klassenunterschied sehr groß ist. In erster Linie geht es für uns um eine stabile Defensive an der alle zehn Feldspieler mitarbeiten müssen. Das war in der letzten Saison ein großes Problem. Dann wird sicherlich interessant sein, wie einzelne Spieler agieren, wenn sie permanent unter Druck stehen. Und wie das Team als Ganzes nach Gegentoren reagiert.

An welchen Schrauben müssen Sie zum Ende der Vorbereitung noch drehen?  

Friedhelm Funkel: Naturgemäß sind die Spieler 14 Tage vor Saisonstart und nach einem kräftezehrenden Trainingslager schon etwas ausgelaugt. Die Frische fehlt, die Schnelligkeit ist nicht mehr so vorhanden, die Spielfreude leidet naturgemäß – zusammengefasst: Der Kopf ist müde und die Beine schwer.

Meine Aufgabe und die des Trainerstabs ist es, u.a. durch entsprechende Maßnahmen die Spritzigkeit aller Akteure wiederherzustellen, so dass wir auf den Punkt gut vorbereitet ins erste Spiel gegen Augsburg gehen können.

Frank Stoffels: Die Trainingsbeteiligung hätte höher sein können, aber Verletzungen, Urlaub und Prüfungen gehören im Amateurbereich dazu. Wir müssen die wichtigen Dinge - wie unsere Idee im Spielaufbau, den Plan gegen den Ball und die Standards - permanent wiederholen, da leider immer wieder Spieler fehlen. Aber wir sind mit unserem Trainerteam auf einem guten Weg, unsere Spielideen an die Jungs zu vermitteln. 

Kennen Sie eigentlich Ihren Gegenüber? Was halten Sie von seiner Arbeit?   

Friedhelm Funkel: Meines Wissens wird der VfL von einem Trainer-Dreigestirn trainiert, oder? Ich kann aber noch keine wirkliche Bewertung abgeben.

Frank Stoffels: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass er ein sehr torgefährlicher Mittelfeldspieler war. Er hat für Uerdingen und den 1 FC Kaiserslautern viele wichtige Tore gemacht. Highlights waren sicherlich der DFB Pokalsieg mit Uerdingen 1985  - 2:1 gegen Bayern München, das 5:0 gegen Real Madrid 1982, UEFA Cup Viertelfinale, Rückspiel, als er das 1:0 und das 2:0 erzielte. Und natürlich das Wunder von Uerdingen im UEFA Cup Viertelfinale 1986. Nach einem 0:2 in Dresden stand es im Rückspiel zur Halbzeit 3:1 für Dresden mit Sammer und Kirsten. Uerdingen drehte dann das Spiel und zog mit einem unvergessenem 7:3 ins Halbfinale (gegen Atletico Madrid) ein. Als Trainer ist Friedhelm mit sechs Bundesligaaufstiegen der erfolgreichste Trainer der 2. Liga. Ich denke seine Stärken sind eine große Fachkompetenz und akribische Arbeit. Nach außen strahlt er absolute Ruhe aus und intern wird er eine konsequente Linie fahren. Ich bewundere seine absolute Sachlichkeit und dass er immer den Verein in den Vordergrund stellt und nicht seine Person.    

Worauf muss man sich bei einem solchen Gegner gefasst machen? Worauf stellen Sie Ihre Spieler ein?   

Friedhelm Funkel: Unterklassige Gegner sind gegen einen Bundesligisten immer sehr motiviert und wollen natürlich auch gut aussehen. Sie versuchen dann sehr kompakt zu stehen und defensiv zu agieren.

Wir müssen den Ball laufen lassen und das Spiel von Beginn an diktieren. Der Gegner darf möglichst wenig Ballkontakt haben. Wenn wir das beherzigen und das Heft selbst  in die Hand nehmen, kommen wir im Endeffekt auch zu Torabschlüssen. Ich hoffe, dass wir dann auch möglichst viele Tore schießen.

Frank Stoffels: Die Fortuna spielt gegen uns den letzten Test, bevor es mit dem DFB Pokalspiel in Koblenz mit dem ersten Pflichtspiel in die neue Saison geht. Alle Spieler werden versuchen sich gegen uns in die Startelf zu spielen. Sie werden ein Feuerwerk abbrennen, worauf wir vorbereitet sein müssen. Meine Spieler werden gut eingestellt und sofort wach sein, die defensiv Taktik umzusetzen und das ein oder andere Mal versuchen, frech nach vorne zu spielen.

Mit dem VfL Benrath trifft der Deutsche Amateurmeister von 1957 auf den Deutschen Meister des Jahres 1933. Beides ist ewig her. Wie kann man Düsseldorf als Fußballmetropole sowohl im Amateur- wie im Profibereich nachhaltig stärken?

Friedhelm Funkel: Mit Fortuna Düsseldorf haben wir ja erstmal für eine große Überraschung gesorgt . Mit dem Aufstieg konnte man nicht rechnen. Nun herrscht wieder große Euphorie und Freude in der Stadt und die Fans freuen sich auf Bayern , Dortmund oder Mönchengladbach. Wir im Verein hoffen natürlich, dass wir uns in der 1.Bundesliga stabilisieren können und Düsseldorf auch in den nächsten Jahren Bundesliga-Fußball zu sehen bekommt. Als Amateurverein ist sicherlich immer das Bestreben vorhanden, so hoch wie möglich zu spielen. Das geht bekanntlich nur, wenn der Verein über entsprechende Mittel verfügt, das Umfeld intakt ist und auch die Unterstützung von Fans und Sponsoren erfährt.

Frank Stoffels: Damals waren der VFL und Fortuna auf Augenhöhe. Mit Karl Hohmann (26 Länderspiele, 20 Tore), Paul Mebus und Josef Rasselnberg hatte der VFL Benrath drei Nationalspieler. Im Profibereich sind wir mit der Fortuna in Düsseldorf top aufgestellt. Der Verein arbeitet sich mit einem klaren Konzept sehr gezielt Schritt für Schritt nach vorne. Peter Frymuth, Wolf Werner und Markus Hirte haben vor Jahren den Grundstein im Profi- und im Jugendbereich gelegt. Robert Schäfer, Sven Mühlenbeck, Erich Ruthemüller und Frank Schäfer gehen diesen Weg konsequent weiter. Die Fortuna ist auf einem sehr gutem Weg. Meiner Meinung nach brauchen wir in Düsseldorf neben Fortunas zweiter Mannschaft einen weiteren Regionalligisten. Es gibt so viele gute Düsseldorfer Spieler, die durch die Leistungszentren der Fortuna, Leverkusen, Köln, oder auch Borussia Mönchengladbach gehen. Nach der A-Jugend Bundesliga schaffen die meisten nicht direkt den Sprung in den Profikader. Da würde ein Düsseldorfer Regionalligist sicherlich guttun, um die Spieler aufzufangen und ihnen mit Spielpraxis in der Regionalliga doch noch den Sprung in den Profibereich zu ebnen. 

Was wünschen Sie sich gegenseitig für die Zukunft?    

Friedhelm Funkel: Ich wünsche dem VfL Benrath erstmal eine verletzungsfreie Vorbereitung, einen guten Start in die Bezirksligasaison und vielleicht klappt es ja sogar mit dem Aufstieg. 

Frank Stoffels: Ich wünsche der Fortuna, dass sie den Klassenerhalt schafft und sich dauerhaft in der Bundesliga etabliert.



 

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