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VfL Benrath: Zurück an die Spitze?

Benrath. Der VfL Benrath ist ein schlafender Riese. Falsche Entscheidungen und Misswirtschaft haben dem Deutschen Fußballamateurmeister von 1957 in den letzten Jahren zugesetzt. Der neue Vorstand will den Club zurück zu alter Größe führen.

Im dämmrigen Büro des VfL Benrath erinnert eine Glasvitrine an die besten Zeiten des Vereins. Die großen Titel liegen Jahrzehnte zurück, aber der VfL will trotz Mitgliederschwund, abstiegsbedrohter erster Mannschaft und klammer Finanzen wieder angreifen.

Sebastian Linden (1. Vorsitzender), Walter Drewes (2. Vorsitzender) und Hans Jürgen Watty (Schatzmeister) brennen für ihren Club. Drewes: »Unser vorrangiges Ziel in der nächsten Zeit ist es, die Finanzen in Ordnung zu bringen. Der Vorstand von 2016/17 hat nicht fachgerecht gearbeitet. Es gibt Nachforderungen des Finanzamtes. In der Hauptabteilung müssen wir auf die schwarze Null kommen.«

Problembereich Sponsorensuche

Kein allzu leichtes Unterfangen, da es dem Verein - wie vielen Clubs in der Stadt - an Großsponsoren mangelt. »Die größeren Betriebe sind alle abgewandert. Wir brauchen aber wieder Unternehmer, die sich mit dem Stadtteil identifizieren. und damit natürlich auch mit unserem Verein. Wir konnten bereits mit Neuerungen beginnen, werden Duschen und Sanitäranlagen kurzfristig sanieren lassen. Und auch die VfL-Klause soll bald wieder feste Öffnungszeiten bekommen, damit sich ein Vereinsleben entwickeln kann.«, so Watty. Und Sebastian Linden fügt hinzu: »Die Identifikation muss eben auch genau hier im Verein wieder stattfinden. Zudem muss die Außendarstellung besser werden, damit die Leute auf uns aufmerksam werden. Ein Event wie das Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 6. August hat eine enorme Anziehungskraft. Ebenso wie ein Sommerturnier oder unsere Präsenz auf Kinderfesten. Das muss man mitnehmen, da muss man gut sein«, sagt er. 

Rund 550 Mitglieder zählt der Traditionsverein aktuell. Neben Fußball ist vor allem die Schwimmabteilung ein wichtiges Zugpferd. Darüber hinaus gibt es noch eine Leichtathletik-Abteilung. »Wir brauchen Nachwuchsmannschaften«, stellt Sebastian Linden unumwunden fest. Aktuell verfügt der VfL gerade mal über sieben Jugendteams. In den Altersklassen U12/U13 bzw. U19 hat man gar keine Mannschaft aufzuweisen. Linden: »Eine D.-Jugend gibt es, doch die nimmt zurzeit nur am Trainingsbetrieb teil. Dass wir keine A-Jugend haben, die als Bindeglied zu den Senioren fungiert, ist tragisch.«  

Mädchenmannschaft geplant

Walter Drewes ist jedoch guter Dinge: »In der Jugend tut sich was. Unsere B-Junioren werden kommende Saison zum Teil zur  A-Jugend. Diese Lücke wäre damit geschlossen. Man muss eben auch gute Trainer finden. Das fließt alles zusammen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir da auf einem guten Weg sind.«

Ein Zeichen dafür ist der Kindergarten mit den Vierjährigen, die bei uns an den Ball gewöhnt werden. Und ab nächster Saison wird es in dieser Altersklasse auch erstmals eine Mädchenmannschaft in dieser Altersklasse geben, die sukzessive hochgehen soll. Der Mädchenfußball in Düsseldorf brummt - da kommt ein Angebot wie dieses gerade recht.«

VfL würde DFB-Präsidentin unterstützen

Über den Mädchenfußball ist auch der Düsseldorfer Verein DJK TuSA 06 in letzter Zeit ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Dessen Vorsitzende will sogar DFB-Präsidentin werden. Drewes: »Das ist etwas, das wir unbedingt unterstützen. Ich finde es gut, dass die Frau den Mut hat, sich dieser Aufgabe zu stellen. Für dieses Amt braucht es unbedingt jemanden, der sich im Amateurbereich gut auskennt und die Arbeit der Vereine versteht. Nur so kann ein Verband wie der DFB langfristig vernünftig arbeiten und auch die Interessen derer berücksichtigen, die für den Nachwuchs und die Beliebtheit der Sportart sorgen.«


Was machen die Panther?

Berechtigtes Interesse hat der  Verein auch am Fortbestand einer Kooperation mit den Düsseldorf Panthern. Die Footballer nutzen das Benrather Stadion, aber könnten irgendwann in ein Nachwuchsleistungszentrum in Garath abwandern - finanziell keine schönen Aussichten für den VfL. Drewes: »Wir werden Gespräche mit den Panthern suchen, die in Richtung Kooperation gehen. Die Senioren könnten hier weniger Geld bezahlen als in Garath. Da ist noch nichts unterschrieben. Das ist eine Riesen-Chance für beide.« Bleibt zu hoffen, dass auch der »Deutsche Amateurmeister von 1957« langfristig wieder die Chance bekommt, sich in Benrath zu alter Größe zu erheben.

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