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Der Beginn einer Legende soll im Straßennamen gewürdigt wer

Benrath. Dass die Paulsmühle ein geschichtsträchtiges Viertel ist, dürfte mittlerweile jeder wissen. Dass sie aber auch prominent an den ersten Schritten von Boxlegende Max Schmeling beteiligt war, ist noch nicht in aller Munde.

Dagegen möchte Paulsmühle-Bewohner Andreas Vogt etwas unternehmen und eine der neuen Straßen im Viertel nach der Legende benennen lassen. »Max Schmeling war ein toller Sportler und auch menschlich ein Vorbild. Er hat seine ersten Boxversuche hier in der Paulsmühle unternommen, wo er auch gewohnt hat«, so Vogt. In der Tat zog es den jungen Schmeling in den Zwanziger Jahren von Hamburg an den Rhein, weil unsere Region im Ruf stand, die beste Boxausbildung zu bieten. Er trainierte im Haus Wagner an der Telleringstraße, zog dann aber nach Köln, wo er dem SC Colonia 06 beitrat. Für seinen ersten Profikampf in der Tonhalle kehrte Schmeling 1924 allerdings nach Düsseldorf zurück. 

Im September 2017 stimmte die Bezirksvertretung 09 dafür, eine Straße in der Paulsmühle nach Max-Schmeling zu benennen. Seitdem laufen die Planungen. Vogt: »Die Idee, dass eine Straße im Viertel nach Max Schmeling benannt wird, ist aufgrund den Neubaus naheliegend. Zudem möchten wir 2020 eine große Boxgala zu Schmelings Ehren veranstalten. Wir haben für das Projekt eigens die  Max Schmeling-Stiftung und den Heimatverein mit ins Boot geholt. Henry Maske, der Schmeling im biografischen Kinofilm verkörperte, hat seine Teilnahme ebenfalls zugesagt.« 

Was fasziniert den Benrather Vogt so an der Box-Legende? »Für mich vereint er – ähnlich wie Arnold Schwarzenegger – auf beeindruckende Weise Humor und Zielstrebigkeit. Zudem hat er in schweren Zeiten Charakter bewiesen. Er hatte einen jüdischen Manager, weshalb er den Nazis ein Dorn im Auge war. Deshalb musste er auch im Gegensatz zu vielen anderen Sportlern an die Front. Es war schon alles geplant: Heldentod und Begräbnis mit allen Ehren. Doch Schmeling überlebte – auch die Schreckensherrschaft der Nazis«, erklärt Andreas Vogt.

Auch die Paulsmühler Jecken und Stefan Freudenreich, der in Düsseldorf eine bekannte Boxsportschule betreibt, sind in das Projekt involviert. 

Vogt: »Wir sind noch auf der Suche nach Sponsoren für die Gala. Mir geht‘s nicht nur um den Boxsport selber, sondern auch darum, dass man aufklärt und das Viertel aufwertet.  Der Boxsport passt einfach hierher. Auch Ex-Weltmeisterin Daisy Lang hat in der Paulsmühle trainiert. Die Paulsmühler gehen gut und ehrlich miteinander um. Man hilft sich gegenseitig. Das ist etwas, das wir vermitteln wollen.«

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