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Damit Isolation langfristig keine Chance hat

Benrather Wohnprojekt nimmt langsam Gestalt an

Benrath. (IT). Wenn Menschen, die verschiedenen Generationen und Kulturkreisen angehören, ein gemeinsames Wohnprojekt planen, dann lässt das aufhorchen. An der Hospitalstraße kann die Idee schon bald Realität werden.

Vielen Zeitgenossen geht es in der heutigen Zeit wohl in erster Linie darum, ihre Ruhe zu haben. Und dieser Grundsatz ist noch nicht einmal altersabhängig. Zu viel Stress bestimmt den normalen Alltag. Familien bleiben in den seltensten Fällen generationenübergreifend zusammen. Oftmals ist soziale Isolation die Folge dieser Entwicklung. Der Verein »Gemeinsam Leben am Schloss Benrath e.V.« schlägt den entgegengesetzten Weg ein. 

Auf dem Grundstück des ehemaligen Krankenhauses an der Hospitalstraße soll eine neue Wohnform entstehen. Ein lebendiger Mix aus Wohneinheiten, von denen ein Teil zu 40 Prozent sozial gefördert bzw. preisgedämpft vermietet wird, ein anderer Teil  frei finanziert ist und wiederum zehn bis zwölf Einheiten, die als Eigentum veräußert werden sollen. 

»Seit mittlerweile acht Jahren bemühen sich Interessenten um dieses Grundstück. 2015 haben wir den Verein gegründet, um unserer Idee Nachdruck zu verleihen. Lange Zeit war nicht klar, ob wir den Zuschlag für unser Projekt bekommen würden«, sagt Brigitte Krall, die uns gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern über den aktuellen Stand informiert. Mit der Nutzung der zurzeit auf dem Grundstück stehenden Immobilie als temporäre Flüchtlingsunterkunft verzögerte sich das Verfahren noch einmal. Mittlerweile stehen die Zeichen allerdings auf Start. Der Abriss des alten Gebäudes ist genehmigt. Ob und wie man die Kapelle als Veranstaltungsort in das neue Projekt einbeziehen darf, ist indes noch nicht ganz klar. 

Am 10. Mai tagt die Jury

»Es gab vor zwei Wochen ein Auslobungsverfahren. Sechs Architektenbüros haben haben Projekte vorgestellt, die sie bisher realisiert haben und sollen nun Vorschläge zur Realisierung des Projekts machen. Am 10. Mai tagt die Jury und wählt drei Vorschläge aus, von denen letztlich der überzeugendste genommen werden soll. Am 11. Mai werden die Entwürfe für zwei Wochen im Rathaus ausgestellt«, so Krall.  

Im Jahr 2019 ist der Bezug geplant

Mit einem Bezug der geplanten 55-60 Wohneinheiten rechnet der Verein im Jahr 2019. Dann wird es ernst. »Es ist klar, dass es zu Lärm etc. kommen kann. Aber das ist ungefähr so, wie früher auf dem Dorf. So ein lebendiges Miteinander hat Vor- und Nachteile. Wir hoffen einfach, dass die Menschen, die sich auf das Projekt einlassen, sich diesen Lebensstil, auch wünschen«, sagt Birgit Lindenau.

Und Susanne Vohmann ergänzt: »Der Verein nimmt seine Funktion schon sehr ernst. Wir unternehmen Ausflüge, Kochaktionen und veranstalten gemeinsame Feste. All das zielt ja auf ein gemeinschaftliches Leben.«

Der Verein ist offen für alle Nationalitäten und Flüchtlinge, die für die geplante Wohnform offen sind. Es ist zudem eine Pflege-Wohnung vorgesehen. Dort kann eine Betreuung nach Bedarf angefordert werden. 

» Schön ist, dass alle Generationen im Verein aktiv sind. Wir hoffen, dass sich Jung und Alt gegenseitig unterstützen können. Wir möchten gerne ein Vorzeigeprojekt sein«, stellt Maria Fourier fest. Und Anne Bredemeier ergänzt: »Wir haben uns bereits ähnliche Projekte angeschaut und uns beraten lassen. Ich denke, dass wir gut aufgestellt sind.« 

Aktuell werden noch einige jüngere Familien gesucht, die bereit sind, im Verein mitzuarbeiten und das Wohnprojekt mitzugestalten. 

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