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»Wir wollen nicht das Feindbild sein«

Düsseldorf. Der städtische Ordnungs- und Servicedienst (OSD) sucht dringend Bewerber, um zurzeit freie Stellen und die Ausbildungsplätze 2019 mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Das ist offenbar nicht ganz einfach.

Scheinbar unbeachtet schnippt der junge Mann seine Kippe auf den Gehweg, packt danach ein Kaugummi aus, steckt sich den Atemerfrischer zwischen die Zähne und wirft das Papier ebenfalls in Richtung Asphalt. Ein teurer Spaß. Denn den OSD-Mitarbeiter sah der Kippenwerfer nicht kommen. Zehn Euro kostet der glühende Filter, den Kaugummimüll darf der Sünder wieder aufheben. Der OSD versucht aber nicht nur, die Straßen sauber zu halten. »Der Ordnungs- und Servicedienst ist - gemeinsam mit der Polizei - ein wichtiger Bestandteil zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten bei Bedarf Service und Hilfe. Gleichzeitig vermitteln sie bei sich widersprechenden Interessenlagen in der Bevölkerung«, erklärt Ordnungsdezernent Christian Zaum. Nun sucht man Verstärkung für den OSD. Und das ist wohl gar nicht so leicht. 

Mehr als 500 Bewerber

Von 540 Bewerbern auf einen Ausbildungsplatz fielen über 400 bereits beim ersten Online-Test durch. Nach den persönlichen Gesprächen blieben gerade mal acht Kandidaten übrig, die nun ihre Ausbildung angetreten haben. Doch es gibt noch ein anderes Problem, das während des Pressetermins vor dem Rathaus deutlich wird. Zwei ältere Damen treten an die dort Versammelten heran und fragen, ob man sich auch als freundlicher Mensch bewerben dürfe. Das Klischee vom Bußgeldverteiler, der die Bevölkerung schikaniert, hält sich hartnäckig. »Wir wollen nicht das Feindbild der Gesellschaft sein. Einerseits darf man die Ernsthaftigkeit in dem Job nicht verlieren, andererseits muss man sich den Respekt verdienen«, sagt Auszubildende Sarah Schaefers. 

Ihr Kollege Hartmut Müller ist schon länger dabei: »Ich habe mich vor zehn Jahren als Quereinsteiger beim OSD beworben. Mir war damals schon bewusst, dass der Beruf nicht überall beliebt ist. Letztlich ist es aber auch eine Frage der Kommunikationsfähigkeit. Man muss sich den Bürgerinnen und Bürgern öfter erklären, ihnen darlegen, dass man beispielsweise berechtigt ist, Ausweispapiere zu kontrollieren. Ich selbst hatte noch nicht so viele kritische Momente im Berufsalltag. Jeder Tag, jede Stunde ist eben anders.« Dem stimmt auch Azubi Maximilian Croonenbroek zu, der überzeugt sagt: »Mit Mitte 20 habe ich noch keine Lust, den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Der Job ist so abwechslungsreich und fordernd - genau das Richtige für mich.« Kollege Dennis Lotz von der Fahrradstaffel ergänzt: Als Fahrradstreife hat man wieder einen anderen Zugang zu den Menschen. Man ist näher dran und die Leute trauen sich auch mal, einen anzusprechen. Das gefällt mir.« 


Werbekampagne soll helfen

Aufkleber an den Dienstfahrzeugen mit dem Satz »Wir suchen Verstärkung« weisen nun auf die Ausbildungs- und Stellenangebote des Ordnungs- und Servicedienstes hin. Im Internetangebot der Landeshauptstadt Düsseldorf können sich Interessenten über das Ausbildungsangebot zum Verwaltungsfachangestellten im Ermittlungs- und Vollzugsaußendienst zum Ausbildungstermin am 1. September 2019 informieren.

 

Der OSD...

- überwacht die Einhaltung ordnungsrechtlicher Vorschriften

- betreut Großveranstaltungen 

- wird bei besonderen Einsatzlagen eingesetzt

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