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SG Benrath Hassels-Platz: Was kommt nach der Einöde?

Düsseldorf. Eigentlich war alles schon lange klar: Der alte Hauptplatz der SG Benrath Hassels sollte nach dem Abbau der Flüchtlingsunterkünfte in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Doch anscheinend ist das noch keineswegs klar.

Der bestehende und marode Kunstrasen wurde bereits erneuert. Seit 2002 befand sich das Fußballspielfeld – das älteste seiner Art in Düsseldorf – auf der Anlage und erschwerte aufgrund seines schlechten Zustandes den 19 Mannschaften des Vereins den Trainings- und Spielbetrieb.  
Im Spätsommer des vergangenen Jahres wurde es ausgetauscht. Und auch der alte Hauptplatz sollte endlich wieder bespielbar gemacht werden. Nach dem Abbau der dortigen Flüchtlingsunterkunft gab es Pläne, noch 2019 mit dem Bau eines weiteren Kunstrasens zu beginnen. Doch nun scheint nicht klar zu sein, ob das neue Spielfeld tatsächlich mit Kunst- oder Naturrasen ausgelegt werden soll. Grund: Es gibt zunehmende Bedenken gegen die ökologische Verträglichkeit des Kunstrasengranulats. Die kleinen Granulat-Partikel gelten als Verursacher von Mikroplastikmüll, der letztlich im Meer und damit in der Nahrungskette landet.

Kunstrasen mit Korkgranulat?

Die Grünen plädieren daher dafür, zunehmend auf ökologische Varianten des Geläufs zu setzen. Zum Beispiel auf Kunstrasen mit Korkgranulat – oder eben auf Naturrasenplätze. Die sind nur sehr wartungsintensiv und im Winter nicht bespielbar. »Laut Ratsbeschluss wird die Verwaltung für die Varianten Kunstrasen und Naturrasen jeweils eine Kostenberechnung durchführen. Erst danach wird entschieden, ob es eine Korklösung geben wird oder einen Naturrasen. Die Korkvariante wurde bislang am Platz in Hassels noch nicht thematisiert. Hier ging es bislang nur um Kunst- oder Naturrasen. Aber im Antrag für die Renovierung der bestehenden Kunstrasenplätze für 1,4 Millionen Euro in 2019 wurde von uns Grünen ergänzt, dass ökologische Varianten genutzt werden sollen. Welche, soll von der Verwaltung geprüft werden«, sagt Thorsten Graeßner von den Düsseldorfer Grünen auf Wochenpost-Nachfrage.
Auch SG-Benrath Hassels-Vorstandsmitglied Udo Skalnik sieht in der Kork-Lösung eine Chance: »Die Verfüllung von Kunstrasenplätzen mit Korkgranulat wird seit geraumer Zeit diskutiert. Finde ich sehr interessant und kann mir auch vorstellen, dass auf der BSA Am Wald ein entsprechendes Pilotprojekt für Düsseldorf realisiert wird. Kork ist ein nachwachsender (wenn auch begrenzt zur Verfügung stehender) Rohstoff, durchaus witterungsbeständig, elastisch und erhitzt sich wohl auch deutlich weniger als die herkömmlichen Granulate. Der Verschmelzung der Altgranulate im zurückliegenden Sommer könnte ggfs. mit dem Einsatz von Korkgranulat entgegengewirkt werden. Natürlich gibt es diesbezüglich noch keine Erfahrungswerte; mit einem Pilotprojekt könnte man entsprechende Erfahrungen sammeln.«

Kunstrasenplätze mit Korkgranulat

Korkgranulat ist aktuell eine ökologisch verträglichere  Möglichkeit, um die Bahnen eines Kunstrasenplatzes zu beschweren. 
Ein mit Korkgranulat ausgelegter Platz muss allerdings häufiger gewartet werden, das heißt, das Granulat muss im Gegensatz zur künstlichen Variante möglicherweise ausgetauscht werden.

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