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TuSA erhält den Düsseldorfer Gleichstellungspreis

Verein wird für das Projekt »Mädchenfußball-Grundschulcup« ausgezeichnet

Düsseldorf. Der erste Gleichstellungspreis, den die Stadt Düsseldorf vergibt, geht an DJK TuSA 06 und das Projekt »Düsseldorfer Mädchenfußball-Grundschulcup« Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Verein, der im vergangenen Jahr das erste Leistungszentrum für Mädchenfußball in der Stadt gegründet hatte, »möchte damit die zunehmende Zahl von fußballspielenden Frauen und Mädchen in den Fokus rücken. 2018 richtete DJK TuSA 06 den ersten Mädchenfußball-Grundschulcup aus. 13 Grundschulen nahmen teil. 2019 sollen es noch deutlich mehr werden. Gleichstellung bedeutet aus Sicht der Jury, dass alle Menschen – egal welchen Geschlechts – die Möglichkeit haben, ihre Talente und Interessen auszuleben. Stereotype aufzubrechen und neue Bilder in den Köpfen der Menschen zu etablieren, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg«, heißt es in der Begründung der Jury.

Die Idee zum Grundschulcup hatten TuSA Trainer Frank Brandes und Dennis Dübgen, Lehrer an der Bonifatius Grundschule. Brandes hatte schon länger beobachtet, dass »Mädchen zwar kicken wollen, aber am Ende in der Regel nicht in der Schulmannschaft berücksichtigt werden. Der formal allen offenstehende Jan Wellem Cup ist demnach bis auf ein paar Ausnahmen ein Jungsturnier. Dass wir mit dem Grundschulcup für Mädchen, den wir zusammen mit der Bonifatiusschule realisiert haben, gleich 13 Grundschulen zum Mitmachen bewegen konnten, zeigt doch die Notwendigkeit der Veranstaltung«, sagt er. Lehrer Dennis Dübgen kümmerte sich dabei um Einladungen und Schiedsrichter, Brandes und sein Kollege Arno van Mark koordinierten die logistischen Abläufe auf TuSA. So stellte man letztlich im Sommer des vergangenen Jahres ein Turnier auf die Beine, das hohe Wellen schlug. Dass auch die Tochter des damaligen griechischen Nationaltrainers, Michael Skibbe, mitspielte, brachte dem Turnier noch mehr Aufmerksamkeit ein. Letztlich war die Veranstaltung so erfolgreich, dass sie in diesem Jahr am Vortag des Jan-Wellem-Cups auf den Vorwiesen der Merkur-Spiel-Arena ausgetragen werden wird. Frank Brandes: »Bei Tusa wissen wir um die Notwendigkeit bereits länger. Hier haben wir die größten Zuwachsraten in den unteren Altersstufen, die wir in unserem Leistungszentrum auffangen. Auch hier warten wir nicht, bis sich die Politik oder andere bewegen. Im Mädchenbereich haben wir uns im Breitensport und Leistungssport parallel aufgestellt. Und der Leistungsbereich zeigt mittlerweile, dass wir unsere Talente halten und mit den Profivereinen nahezu gleichauf ziehen können.«

Um Talente möglichst früh zu entdecken, kooperieren die TuSAner mit diversen Grundschulen. Neben der Bonifatiusschule hat Trainer Arno van Mark beispielsweise in der Henri-Dunant-Schule früh für Mädchenfußball-AGs geworben. »Die Schulleitung und den Sportlehrer musste ich nicht lange überzeugen. In der Fußball AG gab es vorher vielleicht ein oder zwei Mädchen unter über 20 Jungs. Das hat natürlich interessierte, aber in der eigenen Einschätzung schwächere Mädchen abgeschreckt. Ein Problem, das auf dem Pausenhof seine Fortsetzung findet, da die Fußball Ecken von den Jungs in Beschlag genommen werden. Nur starke Mädchen dürfen dort mitspielen. Eine Zeit nur für Mädchen gibt es nicht. Als ich die Idee mit der AG vortrug, rannte ich also offene Türen ein. Im Prinzip warten die Schulen nur auf engagierte Eltern, die solche Ag‘s anbieten. Die Sportlehrer sind meist mit den bestehenden AG‘s ausgelastet oder konzentrieren sich nur auf den Jan Wellem Cup.«

Mit dem Geld möchte man bei TuSA die Fußballlehre im Mädchenbereich weiter ausbauen, noch mehr Grundschulen überzeugen, auch Mädchen in eigenen Mannschaften spielen zu lassen und somit gewährleisten, dass Geschlecht kein Hinderungsgrund für das Ausleben von Interessen ist.

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