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So lasset die Spiele endlich beginnen!

Fußball Europameisterschaft in Frankreich: Wie stehen unsere Chancen?

Düsseldorf. (IT). Nur noch wenige Tage, dann rollte der Ball wieder und mehr als 80 Millionen Bundestrainer nehmen die Leistungen der Schland-Kicker unter die Lupe. Kritisch, aber auch begeistert, so viel ist sicher.

Sicherheit ist aber auch ein gutes Stichwort, denn die Fußball-Europameisterschaft 2016 findet in Frankreich statt, dem Land, das wie kein zweiter europäischer Staat kürzlich unter terroristischen Anschlägen gelitten hat.

 

Ein wenig Angst schwingt mit

 

Ein wenig gedämpft ist die Vorfreude auf das große Spektakel daher in jedem Fall, denn ein mulmiges Gefühl wird den einen oder anderen begleiten, wenn er demnächst auf die vollen Stadien blickt.

Sportlich ist hingegen (fast) alles im grünen Bereich. Natürlich bekleiden neben Weltmeister Deutschland auch die üblichen Verdächtigen Spanien, Italien, Gastgeber Frankreich, Rekord-Jugendentwickler Belgien und die wiedererstarkten Engländer die Favoritenrollen.

Die deutsche Nationalmannschaft ist bestens auf die Endrunde vorbereitet, auch wenn das eine oder andere Vorbereitungsspiel in die Hose gegangen ist. Kenner wissen, dass es bis zum ersten »richtigen« Spiel darum geht, die Taktik zu justieren, Alternativen auszuprobieren und Hinweise auf den im Trainingslager zu optimierenden Fitnessstand einzelner Akteure sowie des Kollektivs zu entdecken und auszuwerten.

 

DFB-Elf ohne Brandt und Bellarabi

 

Nach Bekanntwerden des verletzungsbedingten Ausscheidens von Pechvogel Marco Reus schwant den Pessimisten unter den eingangs erwähnten mehr als 80 Millionen Bundestrainern sicherlich Übles. Und auch die Tatsache, dass mit Karim Bellarabi und Julian Brandt zwei Leverkusener kurz vor knapp noch aussortiert wurden, dürfte zumindest hierzulande für Stirnrunzeln sorgen. Hatte Bellarabi während der abgelaufenen Saison sicherlich Hoch- und Tiefphasen, so muss man Brandt eine durchweg überragende Spielzeit 2015/16 bescheinigen.

Angeschlagene oder seit Jahren ihrer Form hinterherlaufende Veteranen wie Schweinsteiger oder Podolski hingegen scheinen unangreifbar. Und dennoch: Eine Mannschaft wird vor dem Hintergrund vielerlei Überlegungen zusammengestellt. Sie funktioniert wie ein Organismus, dessen lebenswichtige Teile eben nicht nur technische Funktionen erfüllen. Im Trainingslager von Ascona ging es vor allem auch darum, ein Team zu formen; kleinere Einheiten zu kreieren, die am Ende gemeinsam als großes Ganzes harmonieren. Und wer einen Blick auf den finalen Kader wirft, den Joachim »Jogi« Löw und sein Staab zusammengestellt haben, der muss nicht wirklich Angst vor dem ganz großen Versagen haben. Folgende Spieler stehen im Aufgebot:

 

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

Abwehr: Mats Hummels (Borussia Dortmund), Jerome Boateng (FC Bayern München), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04), Jonas Hector (1. FC Köln), Emre Can (FC Liverpool), Antonio Rüdiger (AS Rom), Shkodran Mustafi (FC Valencia)

Mittelfeld/Angriff: Bastian Schweinsteiger (Manchester United), Thomas Müller (FC Bayern München), Sami Khedira (Juventus Turin), Mesut Özil (FC Arsenal), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul), Toni Kroos (Real Madrid), André Schürrle (VfL Wolfsburg), Leroy Sané (FC Schalke 04), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Julian Draxler (VfL Wolfsburg), Julian Weigl (Borussia Dortmund), Mario Götze (FC Bayern München), Mario Gomez (Besiktas Istanbul)

 

Überragende Defensive

 

Natürlich schluckt man zunächst einmal, wenn man sich Mittelfeld und Offensive anschaut. Schweisteiger, Khedira, Özil, Podolski und Gomez scheinen ihren sportlichen Zenit bereits länger überschritten zu haben. Doch dass mit den überragenden Kreativlingen Draxler, Götze, Kroos und Schürrle Männer im Kader sind, von denen so manches Team sich nur einen wünschen würde, dürfte ebenfalls klar sein. Auch aufstrebende Neulinge wie Sané oder Kimmich werden auf die Chance lauern, sich unsterblich zu machen.

Zudem darf man nicht vergessen, dass die Defensive nirgendwo besser besetzt sein dürfte als im DFB-Team. Alleine für einen der drei Keeper würde England - so viel schwarzer Humor muss gestattet sein - einen Teil des Kronschatzes opfern. Deshalb sollte man sich auf die Spiele freuen.

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