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Sinnvolle Maßnahme für den Umweltschutz?

Düsseldorf. Das Düsseldorfer Projekt zur Verhinderung des Dieselfahrverbots heißt Umweltspur und wurde schon vor einigen Wochen unter unseren Lesern heiß diskutiert. Nun wurde die erste dieser Umweltspuren freigegeben.

Wenn man vom Düsseldorfer Süden aus die Innenstadt erreichen will, dann wählt man oft die Variante A46-Bilk-Merowinger Straße. Von Dort sind sowohl die Düsseldorf Arkaden, die Friedrichstraße und am Ende sogar die Altstadt schnell zu erreichen. Stöhnen viele Autofahrer für gewöhnlich schon beim Rückstau an der Ausfahrt Düsseldorf Bilk, so könnte die neu eingeführte Umweltspur auf der Merowinger Straße für zusätzliche   Wartezeiten sorgen. 

Dennoch wurde stadteinwärts zwischen Kopernikusstraße und Ludwig-Hammers-Platz nun das erste Teststück freigegeben. Die Umweltspuren werden zunächst für die Dauer von einem Jahr eingerichtet. Danach findet eine Evaluation statt. Die Kosten für die Einrichtung der Umweltspur belaufen sich für die Merowingerstraße, inklusive Evaluierung, auf rund 60.000 Euro und für die Sonderfahrspuren auf der Prinz-Georg-Straße, inklusive Evaluierung, auf rund 62.000 Euro. 

Die Einrichtung einer Umweltspur auf der Werstener beziehungsweise Witzelstraße und im weiteren Verlauf der Mecum-, Erasmus-, Corneliusstraße, der Berliner Allee, dem Kö-Bogen-Tunnel und der Hofgartenstraße zwischen Werstener Kreuz und Kaiserstraße wird darüber hinaus geprüft. 

Hohe Lärm- und Schadstoffbelastung

Hintergrund: Die Merowingerstraße wird täglich von rund 25.000 Fahrzeugen befahren. Dementsprechend zählt diese Achse zu den am höchsten lärm- und schadstoffbelasteten Straßen im Düsseldorfer Stadtgebiet. Im Jahr 2017 wurde dort eine Stickstoffdioxidbelastung von 56 Mikrogramm je Kubikmeter Luft (?g/m3) gemessen und somit der Jahresmittelgrenzwert der Europäischen Union von 40 ?g/m3 deutlich überschritten. Daher werden dort schadstoffreduzierende Maßnahmen gefordert. Die Merowingerstraße bildet gleichzeitig eine wichtige Achse für den ÖPNV. Die Buslinien 835, 836 und M3 befördern auf diesem Abschnitt täglich rund 8.000 Menschen. Bis zu 15 Busse je Stunde verbinden unter anderem die südlichen Stadtteile Hassels, Reisholz und Holthausen, mit der Heinrich-Heine-Universität, dem Bilker S-Bahnhof (Verknüpfung zu Stadt- und regionalen S-Bahnen sowie zukünftig auch zu Regionalzügen) und Niederkassel. . Im Radhauptnetz bildet die Merowingerstraße die Verknüpfung zwischen der Innenstadt und dem Stadtteil Bilk sowie der Heinrich-Heine-Universität. Südlich des Südrings ist sie mit Radwegen ausgestattet. Im Anschluss Richtung Norden sind auf der Achse Friedrichstraße/Breite Straße und Kasernen-/Elisabethstraße ebenfalls Radverkehrsanlagen vorhanden. Die Umplanung des Ludwig-Hammers-Platz mit Radverkehrsanlagen erfolgt derzeit. Mit dem Angebot einer Umweltspur auf der Merowingerstraße könne ein wichtiger Lückenschluss und somit ein Netzzusammenhang für den Radverkehr hergestellt werden, so das Kalkül der städtischen Verkehrsplaner.

Letztere rechnen vor allem mit einer Signalwirkung im Sinne des Umweltschutzes und einem Umdenken zugunsten des ÖPNV. Schon jetzt werden mit dem Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) sowie Vertretern der umliegenden Städte und Gemeinden Gespräche geführt, um sinnvolle Alternativen für Pendler zu schaffen. Fakt ist natürlich auch, dass die Fahrbahnverengung nicht wenigen Kraftfahrern zu schaffen machen wird. 

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Kommentar von tim eiag
Ich wohne an dem Knotenpunkt Merowingerstr. und habe einen Projektvorschlag zur Luftverbesserung ohne Verbot.
http://artport.online/Banane.htm