IT

Schwimmprojekt macht die Welle

Caritas geht mit der Aktion »Delfin-Freunde - schwimm Dich stark« an den Start

Düsseldorf. (IT). Es ist nur ein kleines Zeichen. Aber es macht 13 Kinder glücklich und soll viele Mitmenschen zum Nachdenken bringen. Vorhang auf für die »Delfin-Freunde«.

Die 13 Vorschulkinder aus der Kath. Kita St. Michael in Lierenfeld toben vergnügt im Wasser. Im Nichtschwimmerbecken des Freizeitbades Düsselstrand versuchen sie gerade, einen Ball per Nase durchs Wasser zu bugsieren. Gar nicht mal so leicht.

60 Prozent können nicht schwimmen

Hintergrund der Aktion: 60 Prozent der Grund- und Vorschulkinder in Deutschland können laut einer Umfrage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft nicht schwimmen. Oftmals sind die Kinder keine Wassermuffel, sondern können sich einen Schwimmbadbesuch schlicht nicht leisten. Mit dem Projekt »Delfin-Freunde - schwimm Dich stark« ermöglicht der Kölner Diözesan-Caritasverband Vorschulkindern aus zunächst drei Kitas im Erzbistum Köln Schwimmkurse und damit Chancengleichheit und das Gefühl, endlich dazuzugehören. Delfin-Freunde unterstützt dabei Kinder sowohl aus benachteiligten Familien als auch nicht Betroffene gleichermaßen dabei, mit dem Seepferdchen in die Schule zu starten. 

Dr. Frank Joh. Hensel, Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Köln, hofft, dass das Beispiel Schule machen und Sponsoren anlocken wird. »Das Bildungs- und Teilhabepaket, das 2011 eingeführt wurde, reicht einfach nicht aus. Es war dazu gedacht, Kindern ein würdiges Leben zu ermöglichen. Das Antragsverfahren ist aber so kompliziert, dass wir eigens dafür Beratungsdienste einführen mussten. Schwimmkurse sind darin zudem nicht enthalten.« Nackte Zahlen verdeutlichen dieses Argument. »Mit 720 Millionen Euro pro Jahr hatte der Bund das Paket ausgestattet. 2014 wurden 530 Millionen Euro ausgegeben, davon allein 136 Millionen für Verwaltungskosten. Eine Menge Geld, die nicht bei Kindern ankommt und sie unter dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten Existenzminimum lässt. Allein in Nordrhein-Westfalen blieben im vergangenen Jahr 58 Millionen Euro für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen einfach unausgeschöpft.«

Eine Gesellschaft in Schieflage

Eine Gesellschaft, die im Überfluss lebt, aber einem großen Teil ihrer Kinder noch nicht einmal den Besuch des Schwimmbads ermöglichen kann, ist in Schieflage geraten. 

Kita Leiterin Karin Mosecke  kann das mit Beispielen aus ihrem Arbeitsalltag belegen:; »Es gibt Kinder, die mit einem Hamburger von gestern oder ganz ohne Essen kommen. Manche haben noch nie eine Zahnbürste gesehen, tragen täglich die gleichen Sachen oder sprechen nicht. Für uns ist ‚Delfin-Freunde‘ daher ein tolles Projekt. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist hingegen so kompliziert, dass man denkt, man muss dafür studiert haben. Wir haben Kinder aus 19 Nationen in der Kita. Alleine sprachlich ist das kaum zu stemmen. Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wir wollen nur, dass Kinder auf ein freies Mittagessen und auf die freie Nutzung des ÖPNV sowie einige Kulturangebote zugreifen können - beispielsweise über eine Kita-Card«, sagt sie. Damit auch Kinder aus anderen Stadtteilen und in anderen Bädern in den Genuss des Programms kommen können, werden Sponsoren gesucht. 500 Euro kostet das Programm pro Kind. Eine Investition, die sich lohnt. Alleine im vergangenen Jahr sind mindestens 14 Kinder im Grund- und Vorschulalter in Deutschland ertrunken. 

 

Kontakt

Weitere Infos zu Sponsoring-Modellen für das Delfin Freunde-Projekt:

Markus Harmann

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln

Tel.: 0221-2010-308

Fax: 0221-2010-130

E-Mail: markus.harmann@caritasnet.de

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.