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Sägt Düsseldorf am Ast des eigenen Klimas?

Düsseldorf. (IT). Düsseldorfer Baumschützer und Anwohner wollen am 16. Mai gegen das Fällen von 100 Bäumen demonstrieren. Die Sauerstoffspender sollen einem Open Air Gelände weichen, auf dem Ed Sheeran im Juli auftreten soll.

»Lieber Ed Sheeran, wir freuen uns darauf, Sie im Rahmen Ihrer Tour im nächsten Sommer in Düsseldorf begrüßen zu können. Allerdings sind wir sehr besorgt, weil die Landeshauptstadt Düsseldorf für Ihr Konzert ein Open Air Gelände schaffen will, für das mehr als 100 alte Bäume weichen müssen. Die Luftqualität in Düsseldorf ist sehr problematisch, weshalb Bäume sehr wichtig für unser Klima sind.« So beginnt ein Schreiben der Baumschutzgruppe an Mega-Star Ed Sheeran.  

Grund für den verzweifelten Appell der Düsseldorfer Baumschutzgruppe an einen der aktuell erfolgreichsten Sänger der Welt ist dessen geplantes Konzert im Juli dieses Jahres. Weil für das Konzert bereits 80.000 Tickets verkauft worden sind, soll es nicht in der Esprit Arena stattfinden, die weniger Zuschauer fasst, sondern auf dem Messeparkplatz P1 im Düsseldorfer Norden, der zum gigantischen Open Air Gelände umfunktioniert werden soll. 

104 alte Bäume stehen im Weg

Das Problem: Um die gewünschte Fläche zu erhalten, müssen 104 alte Bäume auf dem Gelände abgeholzt werden. Für Baumschützer wie den Benrather Andreas Vogt, der auch als Baumsekretär der Himmelgeister Kastanie bekannt ist, hat man in diesem Punkt eindeutig zu kurz gedacht. »Es wird zwar gesagt, dass man anstelle der alten Bäume neue pflanzt, doch natürlich kann man kleine Setzlinge vor allem im Bereich der Sauerstoffproduktion nicht mit ausgewachsenen Bäumen vergleichen. Zumal nicht klar ist, wann und wo die Bäume gepflanzt werden. Sicher ist nur, dass die Aktion unglaublich teuer wird. Und das alles nur, um dem Kommerzgedanken gerecht zu werden. Was würde wohl Ed Sheeran sagen, wenn ihm sein Management von dieser Öko-Katastrophe berichten würde? Immerhin ist er bekennender Baumschützer«, so Vogt. Aber auch ein ganz pragmatischer Kritikpunkt wurde seiner Meinung nach noch nicht beleuchtet. »Ich frage mich, wie man ein Konzert genießen soll, das alle zwei Minuten vom Lärm eines startenden oder landenden Jumbos unterbrochen wird. Ed Sheeran  spielt soweit ich weiß keinen Heavy Metal.« 

Andrea Vogelgesang, die die Demonstration für die Baumschutzgruppe koordiniert, weist darauf hin, dass es für sie um das Klima in der Stadt geht: »Wir können 2018 umweltpolitische Erfordernisse nicht nur bedauernd zur Kenntnis nehmen, sondern müssen auch dementsprechend handeln. Jeder alte Baum, der mit seiner Phytomasse fehlt, bedeutet einen gravierenden Mangel - über hundert für eine rein kommerzielle Fläche zu fällen, bedeutet unverantwortliches Handeln und Ignoranz gegenüber den alarmierenden Zahlen zur Umwelt- und Luftqualität«

Kein Grund zur Panik?

Michael Brill, als Geschäftsführer »Live Entertainment & Sports« der Düsseldorf Congress Sport & Event (DCSE) sieht indes keinen Grund zur Panik. Als er das Projekt vor einiger Zeit Pressevertretern präsentierte, unterstrich er die Wichtigkeit einer konkurrenzfähigen Open Air Fläche. Konzerte seien im Zuge wegbrechender Tonträgerverkäufe die Haupteinnahmequelle großer Künstler, die vor immer mehr Menschen spielen wollten. Auch die Kosten für die Neupflanzung der Bäume seien keineswegs so hoch wie von einigen Seiten behauptet.

Die Baumschutzgruppe Düsseldorf und Anwohner sind anderer Meinung und wollen am Mittwoch auf dem geplanten Open Air Gelände für den Erhalt der Bäume demonstrieren.  Start ist um 16 Uhr auf dem Parkplatz P1 der Düsseldorfer Messe. 

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Kommentar von Jerry Ball
Es wäre wahrscheinlich hilfreich, dem GF der Live Entertainment der DSCE zu erklären, wenn er denn den Künstlern oder mit den Künstlern Umsatz für unsere Stadt generieren möchte, die l e e r stehende EspritArena anzubieten.

Der Ed Sh. spielt auf seiner "divide-Tour" weltweit in ähnlich großen Multifunktions-Arenen - und hat seinen Tour-Plan so gestaltet, dass bei entsprechender Nachfrage die Zusatz-Konzerte direkt an den Folgetagen angeboten werden und ebenso ausverkauft sind !

Herr Brill, schauen Sie sich bitte die Tournee-Daten des Ed an - in vielen Städten: ausverkaufte Zuuusatz-Konzerte ! Das (!) bringt Umsatz und macht auch den Konzertbesuchern Spaß- wegen der viel besseren Atmosphäre, weil man näher am Star ist - und auch eine wunderschöne Laser- & LightShow mit Fire hat ! Genial ! Wird es alles unter den Start-Landebahnen nicht (!) geben !
.... und dann sehen Sie sich bitte den gääähnend leeren Belegungsplan einer millionenteuren, perfekt ausgestatteten optimalen Multifunktionsarena namens Esprit, unserer Esprit-Arena. Mit den Steuern der Düsseldorfer errichtet - und durch Leute wie Sie, Herr Brill, mit Düsseldorfer-Steuermillionen wegen Leerstandes kaputt-subventioniert.

Meine Milch-Mädchen-Rechnung:

1x 80.000 Konzertbesucher oohhne Laser-&LightShow und ohne FireEffects
Wissen das die Kartenbesitzer ? Nur die halbe Show ? Halber Spaß ? Der Star kaum live zu erkennen - nur auf Monitoren wie im TV..
... bei Sonne auf glühend heißem Asphalt unter minütlichen Starts oder Landungen (Überflughöhe ca. 150 m von Airbus klein bis Cathay-Airbus 800 und Jumbo)
... bei Gewitter und Blitzen (wunderbare Einschläge!) auf weiter Fläche

ODER

2x 65.000 Konzertbesucher = 130.000 oder
3x 65.000 Konzertbesucher = ca. 180.000 bis 190.000

noch dazu in einer wunderbaren, stylischen Arena mit entsprechender ausgebauter Infrastruktur, die für jedes Wetter gewappnet ist: Sonne = Dach offen; Regen = Dach geschlossen und die Konzertbesucher sind sicher; mit Gastronomie und Sanitär ..

Das macht sogar noch Umsatz, der die hohen Verluste wegen Leerstands minimieren ! Und somit wären weniger Steuersubventionen von den Düsseldorfern zu leisten !

Das macht sogar mehr Umsatz als ein paar 80.000 Konzertbesucher, für die vorher noch Millionen € herausgeworfen werden müssen, damit sie da gedrängt in einer nicht vollwertigen Show unter Fluglärm stehen dürfen. Wissen das die Kartenkäufer ?

Andere Städte weltweit haben das erkannt, dass es sinnvoll ist, eine gegebene hervorragende Infrastruktur gewinnbringend zu vermarkten und auszulasten - und sogar Zusatzkonzerte kurzfristig anzubieten !

Interessiert das Herrn Br ?