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Notfallpraxis bleibt erhalten!

Ärztekammer stoppt Schließungspläne der KV

Kreis Mettmann. Erst letzten Donnerstag hatten die Bürgermeister der Städte Monheim, Hilden und Langenfeld mehr als 28.000 Unterschriften gegen die Schließung der Notfallambulanzen an die Ärztekammer Nordrhein übergeben. Bereits zwei Tage später gibt es Grund zum Auf­­atmen: Am Samstag hat die Kammer die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein gestoppt.

Die Notdienst-Regelung der KV, die eine Schließung von rund 40 Notfallpraxen in der Region vorsah, liegt auf Eis: In ihrer Versammlung am Samstag in Düsseldorf lehnte die Ärztekammer Nordrhein die Streichungspläne der KV in der Fassung vom 11. Februar 2015 ab. »Gewachsene Strukturen der Notfallversorgung im Kammerbereich Nordrhein, die sich bewährt haben und funktionieren, müssen erhalten bleiben«, heißt es im Beschluss der Delegierten. Die Reform müsse sich darauf beschränken, Lösungen zu finden, in denen die Versorgung nicht ausreichend gewährleistet ist, ohne dabei funktionierende Strukturen zu belasten.

Eine Reform des Notfalldienstes kann jetzt wohl frühestens 2017 realisiert werden. Bis dahin sieht die Kammer noch Gesprächsbedarf. Im Mai wollen sich Vertreter beider Seiten zusammensetzen.

Für die Bürger ist die Nachricht ein voller Erfolg und zeigt, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat! Erst am Donnerstag hatten Bürgermeister Daniel Zimmermann (Monheim), Frank Schneider (Langenfeld) und Birgit Alkenings (Hilden) weit über 28.000 Unterschriften für den Erhalt der Notfallpraxis und des kinderärztlichen Notdienstes am Standort Langenfeld an die Geschäftsführung der Ärztekammer Nordrhein übergeben.

Gleichzeitig übergaben die Bürgermeister auch die seitens der Stadträte gefassten Resolutionen an die Kammer. »Die enorme Anzahl der Unterschriften von Menschen des Südkreises Mettmann belegt mit Nachdruck, welche große Bedeutung die medizinische Versorgung über die Notfallpraxen Langenfeld für unsere Bürgerinnen und Bürger hat«, stellte Langenfelds Bürgermeister Schneider als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz fest.

Dass unterstrich auch die Ärztekammer: »Die Bürger wollen sich auch in Zukunft darauf verlassen können, dass in zumutbarer Entfernung in der bewährt hohen Qualität die notwendige ärztliche Versorgung zur Verfügung steht«, schreiben die Vertreter in ihrem Beschluss. Die niedergelassenen Ärzte erwarteten für ihr Engagement eine effektive und effiziente Organisation des Notfalldienstes bei leistungsgerechter Honorierung und die Klinikärzte möchten ihre Arbeit in der stationären Notfallversorgung weiterhin wahrnehmen können, ohne dass es zu einer Überlastung durch ambulante Notfälle kommt, heißt es darin weiter: »Diese berechtigten Erwartungen müssen der Maßstab für alle Entscheidungen zum ambulanten und stationären ärztlichen Notfalldienst in Nordrhein sein.«

Beide, Ärztekammer und KV, tragen die Verantwortung für die Sicherstellung des ambulanten ärztlichen Notfalldienstes: Die Ärztekammer laut Landesgesetz, die KV gemäß Sozialgesetzbuch bei der ausschließlichen Versorgung von gesetzlich krankenversicherten Patienten. Die Kammerversammlung bekräftigte daher in ihrem Beschluss, dass der Notfalldienst auch künftig gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf der Grundlage der gemeinsamen Notfalldienstordnung organisiert werden soll. Zudem beauftragten die Delegierten den Vorstand der Kammer, gemeinsam mit den Bürgermeistern, Landräten sowie Kommunal- und Landespolitikern auf die Krankenkassen einzuwirken, eine kostendeckende Vergütung für den Betrieb der Notfallpraxen zu zahlen.

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