IT

Kein jecker Scherbenhaufen

Düsseldorf. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wo gefeiert wird, fallen Flaschen und Gläser auf den Boden. Das ist der Altstadt vor einigen Jahren fast zum Verhängnis geworden. Doch damit ist seit 2011 Schluss – und das ist gut so.

Rund 430 Verletzungen gab es vor der Einführung des Glasverbots im Jahr 2011 in der Altstadt an Karneval. »Die Zahl der Schnittverletzungen an den Karnevalstagen ist seither deutlich zurückgegangen. 2018 waren es noch 13 Fälle, die behandelt werden mussten. Mein herzlicher Dank gilt Jacques Tilly, der die Aktion scherbenfreie Altstadt seit Beginn tatkräftig unterstützt. 

Darüber hinaus danke ich den Mitarbeitern im Ordnungsamt sowie den privaten Sicherheitsdiensten, die das Glasverbot seit Jahren erfolgreich durchsetzen«, erklärte Ordnungsdezernent Christian Zaum. Für das aktuelle Plakatmotiv zur scherbenfreien Altstadt hat sich Karnevalswagenbau-Künstler Jaques Tilly höchstpersönlich als Model zur Verfügung gestellt. 

Dazu erfolgen an den 16 Zugängen zur Altstadt Kontrollen. Der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) arbeitet dabei mit Verstärkung aus anderen Teilen des Ordnungsamtes sowie mit zusätzlichen Helfern eines privaten Sicherheitsdienstes. Insgesamt werden täglich bis zu 260 Menschen im Einsatz sein. 

Die Landeshauptstadt Düsseldorf informiert Bürger und Besucher im Vorfeld auf Info-Screens an U-Bahn-Haltestellen, mit Beiträgen im Fahrgast-TV sowie im Sonderfahrplan der Rheinbahn. Außerdem machen Großplakate sowie Plakate auf den Awista-Fahrzeugen im gesamten Stadtgebiet auf die Aktion aufmerksam. 

Zusätzlich kennzeichnen während der tollen Tage große Banner an den Zugängen zur Altstadt die glasfreie Zone: »Scherbenfrei und jeck dabei« heißt es dort. Und weiter: »Sorry, aber ab hier nur ohne Gläser und Glasflaschen!« Das ist deutlich. Und könnte zum Trendsetter werden. »Auch bei uns im Düsseldorfer Süden könnte ich mir ein Glasverbot gut vorstellen, um Verletzungen zu vermeiden, weiß aber zurzeit noch nicht, wie man dies umsetzen sollte. Allerdings muss man natürlich auch dazu sagen, dass ein Veedelszug in Benrath, Hassels oder Reisholz nicht mit dem Karneval in der Altstadt vergleichbar ist«, sagt Melina Schulze von den Reizholzer Quatschköpp. 


Wildpinkeln wird teurer

In der City wird man zudem mit einer Aufstockung der Toilettenanlagen für angenehmeres Feiern sorgen. 

»Wir möchten niemanden verschrecken, aber wenn man gesehen hat wie sich Leute reihenweise an Kirchen- oder Hausfassaden erleichterten, dann ist klar, dass es Handlungsbedarf gibt«, sagt Zaum. 

Daher wird das Ordnungsgeld für Wildpinkeln in diesem Jahr auf 70 Euro erhöht. Zusammen mit der Bearbeitungsgebühr von 28,50 Euro ein Preis, der so manchen Jecken davor bewahren sollte, sich an jedem Ort zu jeder Zeit zu erleichtern.

Info

Das Glasverbot in Düsseldorf gilt für den Kern der Düsseldorfer Altstadt an folgenden Tagen:  

– Altweiberfastnacht, Donnerstag, 28. Februar, von 8 Uhr bis Freitag, 1. März, 5 Uhr 

– Karnevalssonntag, 3. März, von 12 Uhr bis Montag, 4. März, 8 Uhr

– Rosenmontag, 4. März, von 8 Uhr bis Dienstag, 5, März, 5 Uhr

Über die genauen Grenzen des Geltungsgebietes informiert die Stadt unter: www.duesseldorf.de/ordnungsamt/service/scherbenfrei.html

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.