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Düsseldorfer Gibraltar-Fahrer: Ihnen war kein Weg zu weit

Düsseldorf. Sie sind wieder zurück von ihrer Abenteuerreise: Niklas Lehnert (24) und Tim Thesing (25) radelten in vier Wochen 2.880 Kilometer, von Düsseldorf bis nach Gibraltar. Wir »begleiteten« die beiden dabei aus der Ferne. Alles für den guten Zweck. Kurz nach ihrer Ankunft in Düsseldorf trafen wir die beiden zum Gespräch.

Herr Lehnert, Herr Thesing, kann man Ihre Tour schon jetzt als Erfolg bewerten?

Niklas Lehnert: Auf jeden Fall. Es war ein irrer Ritt, aber wir haben eigentlich nie daran gezweifelt, dass wir das schaffen. 

Tim Thesing: (lacht) Ich schon. Und zwar an jedem der ersten sieben Tage. Dass wir am Ende alle Schwierigkeiten gemeistert haben und ich persönlich trotz zeitweiliger Knieprobleme weitergemacht habe, war schon gut. fürs Selbstvertrauen. 


Das dürfte bei dieser Mammut-Tour ohnehin nicht gelitten haben.

Thesing: Jeden Tag trotz Wind und Regen 100 Kilometer geschafft zu haben, ohne Abkürzungen zu nehmen oder mal kurz in den Zug zu steigen, war für uns selbst total wichtig. 

Lehnert: Außerdem waren die Spenden natürlich ein riesiger Ansporn. Dass es am Ende über 7.000 Euro werden würden, macht mich echt sprachlos.


Welche Erlebnisse haben sich besonders eingebrannt?

Lehnert: Am Tag nachdem wir Alicante erreicht hatten, mussten wir bei ca 90 Stundenkilometern Gegenwind fahren und es hat bestimmt zwölf Stunden am Stück geregnet. Wäre das der dritte Tag gewesen und nicht der 25., dann wäre ich ins Grübeln gekommen, ob eine Fortsetzung der Tour Sinn macht. Eine schöne Erinnerung habe ich an die Menschen, die wir unterwegs getroffen haben. Die Gastfreundlichkeit der Leute in Belgien, Frankreich oder Spanien war wirklich überwältigend. Als wir in Barcelona plötzlich vor einem Tunnel standen, den unser Navi gar nicht auf dem Schirm hatte, hat uns das Tunnelpersonal kurzerhand hindurch gefahren. 

Thesing: In Toulouse habe ich meinen Geburtstag gefeiert - tolle Stadt und ein schönes Erlebnis. Aber vor allem eins ist mir in Erinnerung geblieben: das Ziel vor Augen zu haben, über das man zuvor so viel gesprochen hat; es dann tatsächlich zu erreichen, diesen Felsen zu sehen. Das ist mit nichts zu vergleichen.  

Was geht einem durch den Kopf, wenn man 1.000 Kilometer hinter sich und noch 1.800 Kilometer vor sich hat? 

Lehnert: Hoffentlich bricht die Pedale nicht ab, sonst bin ich erledigt, haha. Gottlob sind unterwegs nur ein paar Schrauben verlorengegangen. 

Thesing: Wenn wir im Dunkeln gefahren sind, habe ich befürchtet, dass die Kette reißt - aber wir hatten immer Glück.

Lehnert: Ja, die Fahrräder waren erst Schrott, als sie nach dem Rückflug hier in Düsseldorf aus dem Flieger geholt wurden (lacht). 

Was hat die Tour mit Ihnen persönlich gemacht?

Lehnert: Für mich war das eine sportliche Herausforderung, die gut fürs Selbstbewusstsein war. Ich habe Lust aufs Fahrradfahren bekommen. Man glaubt gar nicht, was mit dem Fahrrad alles möglich ist. Man kann mehr oder weniger die ganze Welt umfahren. Thesing: Ich habe mir während der Fahrt viele Gedanken gemacht. Man ist halt mit sich alleine. Worauf freue ich mich? Was ist mir wichtig? Du machst ja knallharte Abstriche, verzichtest auf richtige Mahlzeiten, Bett etc. und härtest dadurch ab. Mir ist es egal, wenn es regnet. Ich ziehe Dinge durch und finde meinen Rhythmus. Andererseits kann man sich auf Dinge wie ein schönes Essen mit Freunden  ganz anders freuen als vorher. 

Was passiert mit dem gespendeten Geld?

Lehnert: Es geht komplett an das Düsseldorfer Kinderhilfezentrum. Die Spendenübergabe durch den Oberbürgermeister wird in etwa zwei Wochen stattfinden. 

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