IT

»Früher war nicht jeder fitter«

Düsseldorf. Wie fit sind unsere Kids wirklich? Gibt es einen Beleg für die oft schnell unterstellten motorischen Mängel der heutigen Jugend? In Düsseldorf will man das genau wissen und testet zum Vergleich sogar die Profis.

Wenn man Kinder lässt, dann toben sie am liebsten durch die Gegend. Den ganzen Tag, wenn‘s sein muss. Doch seit die Daddelmaschinen und Smartphones ihren Siegeszug in den Jugendzimmern der Republik angetreten haben, heißt es unisono: Kinder leiden unter Bewegungsarmut. Früher war jeder Jugendliche fitter, da man schließlich den ganzen Tag draußen herumgetollt sei. Stimmt das wirklich? »Da keinerlei Erhebungen über früheres Bewegungsverhalten existieren, gibt es dazu auch keine wirklichen Erkenntnisse«, sagt Knut Diehlmann vom Sportamt. Das ist mittlerweile anders. Kinder in den zweiten und fünften Klassen unterziehen sich dem sportmotorischen »CHECK« der  Erkenntnisse über Neigungen, Talente und Defizite liefert. Er ist ein Baustein im Düsseldorfer Modell der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung (DÜMO), welches das Sportamt 2002 in Kooperation mit mehreren Partnern entwickelte. Kernaufgabe des Dümos ist mit verschiedenen Maßnahmen Kinder und Jugendliche in Düsseldorf nachhaltig in Bewegung zu bringen. »Bislang sind die Erkenntnisse durchaus erfreulich. Es ist keinesfalls so, dass sich die Kinder seit 2002 verschlechtert hätten. Wir haben sogar einen Rückgang bei den übergewichtigen Kids. 40 Prozent der Kinder sind in Sportvereinen aktiv. Darüber hinaus nehmen die Sportangebote in Düsseldorfer Schulen zu. Unser Düsseldorfer Modell funktioniert also«, ist sich Diehlmann sicher. 

Auch Profis müssen sich anstrengen

Um zu zeigen, dass auch Profisportler sich durchaus anstrengen müssen, um gewisse Ergebnisse zu erzielen, besuchte  der »CHECK« das Ballett am Rhein, die DEG und schließlich am vergangenen Donnerstag die Fortuna. Im Vordergrund stand die Frage: Wie sportlich sind Fußball-Profis abseits des Rasens? Um das herauszufinden, stellten sich Emir Kujovic und Robin Bormuth verschiedenen Übungen, anhand derer sportmotorische Grundfähigkeiten ermittelt werden. Die Übungen waren Standweitsprung (Überprüfen von Schnelligkeit und Kraft), Rumpftiefbeuge (Überprüfen der Beweglichkeit), Sit-ups (Überprüfen der Kraft) und Zehn- Meter-Sprint (Überprüfen der Schnelligkeit).

»Ohne Zweifel sind die Fußballer von Fortuna sehr sportlich. Auch bei der Beweglichkeit, die wir mit der Rumpftiefbeuge messen, zeigen die beiden Profis solide Werte. Emir Kujovic hat durch eine vorherige Verletzung hier etwas Pech, sein Ergebnis ist dennoch gut«, fasst Knut Diehlmann die Ergebnisse zusammen. »Man sagt Fußballern ja manchmal nach, dass sie nicht so beweglich sind. Dies können wir aber nun widerlegen. Die Werte der beiden Fortuna-Spieler werden wir insbesondere den fußballbegeisterten Kindern bei den sportmotorischen Tests in den Schulen mitbringen. Das wird sie sicher motivieren, sich ebenfalls richtig anzustrengen.«

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.