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Demokratische Schule Düsseldorf - Ein Wettlauf mit der Zeit

Düsseldorf. Die Demokratische Schule in Düsseldorf steht vor einem Durchbruch. Mit »Haus Kolvenbach« im Südpark wurde ein Schulgebäude gefunden, alle Plätze bereits vergeben. Jetzt muss sie nur noch genehmigt werden.

Claudia Rehn ist Feuer und Flamme für die auserkorene Heimstätte ihres Schulvereins. Sobald der Unterricht startet, kümmert sich die Köchin um die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler: »Ich könnte mir keinen schöneren und geeigneteren Standort vorstellen. Zentral, gut erreichbar und doch mitten im Grünen«, sagt sie. 

Zurzeit wartet der Verein »Demokratische Schule Düsseldorf« noch auf die Genehmigung  der Bezirksregierung als Ersatzschule, die dann zu 87 Prozent vom Land gefördert würde. Den Rest übernehmen die Eltern der Schüler mit einem Eigenanteil von 190 Euro im Monat, plus OGS-Beitrag und Essensgeld. Dafür bekommen die Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse ein alternatives Lernkonzept geboten. 

An der Demokratischen Schule sollen die Schüler eigenständig entscheiden was, wann, wie, und mit wem sie lernen wollen. Die geltenden Regeln und andere wichtige Schulangelegenheiten werden von allen basisdemokratisch mitbestimmt. 

»Kein Regelwerk nötig«

Für Claudia Rehn ein schlüssiges Konzept: »Der junge Mensch kann sich in unserem jetzigen System nicht entscheiden, wie er seine Bildung gestaltet. Alles ist vorgeschrieben. Das kann nicht funktionieren. Jeder Mensch hat Talente und Potenziale, die sich entfalten können. Für Kulturtechniken braucht man kein Regelwerk. Gute Sprache entwickelt sich beispielsweise, indem man gute Gespräche führt. Unser Gehirn hat nichts anderes zu tun als zu lernen. Und Kinder wollen ja lernen. Sie wollen nur nicht gezwungen werden. Alle Hirnforscher stimmen dem zu. Ich will niemanden verurteilen, sondern einen neuen Blickwinkel schaffen.« 

Um einen möglichst schonenden Einstieg zu gewährleisten, nimmt man zu Beginn die jüngeren Kinder der Klassen eins bis sieben auf: »Wenn man aus dem Regelschulsystem kommt, braucht man eine gewisse Zeit, um sich umstellen, weil die Kinder in die Eigenermächtigung kommen sollen und Vertrauen fassen müssen. Daher nehmen wir zu Beginn nur 50 Kinder auf«, so Claudia Rehn.

Sanierungsbedarf

Sollte die Bezirksregierung den Plänen des Schulvereins zustimmen, muss das Gebäude erst saniert werden. Es steht seit 2011 leer, die Witterung hat in der langen Zeit Spuren hinterlassen. Die Bauvoranfrage wurde bereits gestellt, das Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben. 

Ein Statiker muss tätig werden, ein Vermesserplan steht noch aus. All diese Posten kosten viel Geld und erfordern eine genaue Planung. Und bis zum Beginn des Schuljahres 2019/20 sind es nur noch sieben Monate. Ein Wettlauf mit der Zeit hat begonnen.

Die Schule

- die erste Demokratische Schule, die Summerhill-Schule, eröffnete 1921 in Leiston, Suffolk

- nach der 10. Klasse kann bei entsprechender Qualifikation der Wechsel aufs Gymnasium erfolgen

- Schulleiterin in Düsseldorf wird Monika Brosch, pensionierte Konrektorin der Realschule Golzheim

- im Rather Familienzentrum, Rather Kreuzweg, 43, treffen sich Interessierte einmal im Monat, um sich über den Stand der Dinge und das Schulkonzept auszutauschen und zu informieren. 

- https://demokratische.schule

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