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Die WM startet

Düsseldorf. Na, schon Grillgut, Chips und Kaltgetränke für den 8., 12. und 17. Juni besorgt? Sie fragen ernsthaft, wieso? Na, weil das die drei Gruppenspieltermine unserer Nationalmannschaft sind. J

 Ja, tatsächlich. Vom 7. Juni bis zum 7. Juli ist wieder WM. Diesmal in Frankreich. Und so schlecht stehen die Chancen des Teams von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gar nicht. Mit Spanien, China und Südafrika hat man eine mittelschwere Gruppe erwischt. Für die Spiele in Rennes, Valenciennes und Montpellier müssen die Deutschen kreuz und quer durchs ganze Land fahren, weshalb es kein komfortables Camp für sie gibt, zu dem sie stets wieder zurückkehren können.

Doch nicht nur das unterscheidet die Frauen- von der Männer WM. Außer im provokanten Werbespot einer großen Bank treten Popp, Schult oder Däbritz medial so gut wie gar nicht in Erscheinung. Der DFB scheint – wie schon bei der EM vor zwei Jahren in den Niederlanden – kein sonderlich großes Interesse an der Veranstaltung zu haben.  So gut wie keine  Werbung, wenige Aktionen rund um das Turnier. Eine Tatsache, die nicht nur unbeteiligte Beobachter ratlos macht. Ute Groth, Vorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf, die sich als erste Frau überhaupt um das Amt der DFB-Präsidentin beworben hat, kritisiert den bisherigen Umgang mit dem Frauenfußball auf der Ebene des Hauptverbandes im Interview mit der »Rheinischen Post«: »Die Zahl der Vereine sinkt, die der Mitglieder steigt, dabei in höherem Maß im Bereich Mädchen- und Frauenfußball. Hier muss der DFB stärker mit Vereinen zusammenarbeiten, um diesen Trend zu stärken«, glaubt sie. »Wo sind nur die Vorbilder« fragt ein Kolumnist im Fachblatt »FFUSSBALL« und kritisiert, dass die Nachwuchsspielerinnen kaum Idole aus dem Segment des Frauenfußballs haben, denen sie folgen könnten. Die allermeisten jungen Frauen interessierten sich dann auch viel mehr für Männerfußball. Interessanterweise gebe es allerdings eine Altersgruppe junger Spielerinnen, die in der Tat dem Frauenfußball zugeneigter seien als andere: die der 11- bis 14-jährigen. 

Und während man die Spiele beobachtet, könnte man sich doch glatt überlegen, das Nachbarland zu besuchen, um die deutsche Elf bei der Torjagd zu unterstützen – vor allem, weil die Tickets tatsächlich erschwinglich sind. Es gibt schon Karten ab neun Euro. 

Wer das nicht bewerkstelligt, kann, muss trotzdem kein Spiel verpassen. Alle 52 Partien werden von ARD und ZDF gezeigt. Und wer sich intensiver mit den kickenden Frauen auseinandersetzen möchte, kann sich u.a. im aktuellen WM-Sonderheft von »FFUSSBALL« oder dem allseits beliebten Panini-Sticker-Album schlau machen.

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