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Rauchen aufgeben: Ablenkung und Bewegung helfen

Experten erklärten, worauf es bei einem Rauchstopp ankommt

Düsseldorf. Die Drähte glühten bei unserer Nichtraucher-Aktion am 18. Oktober. Hier sind einige Fragen mit den Antworten der Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

Sollte die letzte Zigarette etwas Besonderes sein?

Ja, machen Sie etwas Besonderes daraus! Vielen hilft es, den Abschied von der Zigarette zu zelebrieren. Stellen Sie frische Blumen auf oder gestalten Sie die Raucherecke in ihrer Wohnung um. Zerschneiden Sie die restlichen Zigaretten in der Schachtel oder verbrennen sie sie in einem Lagerfeuer. Egal wie – das Besondere erhöht oft auch die Motivation.

Gibt es Tage, die für einen Ausstieg besser geeignet sind als andere?

Das können zum Beispiel solche sein, an denen Sie wenig Stress haben und an denen keine allzu großen Rauch-Verlockungen auf Sie warten. Aber man kann sich verzetteln und immer wieder Gründe finden, warum genau dieser Tag nicht geeignet ist. Entscheidend ist, den Rauchstopp gut vorzubereiten, auf Verlangensattacken eingestellt zu sein und Ersatzbeschäftigungen parat zu haben.

Rauchen wird mir eigentlich zu teuer, aber bisher habe ich immer wieder Geld abgeknappst statt aufzuhören. Was raten Sie mir?

Rechnen Sie einmal aus, was Sie im Monat und im Jahr für das Rauchen  ausgeben. Auf www.rauchfrei-info.de hilft Ihnen dabei ein Ersparnisrechner. Erstellen Sie eine Liste mit Wünschen, die Sie sich für dieses Geld erfüllen könnten. Nach dem Rauchstopp können Sie eine Sparbüchse einrichten, wo Sie das Geld sammeln, das Sie sonst für Zigaretten ausgeben würden. Und erfüllen sich später Ihre Wünsche.

Wie ersetze ich die Zigarette, wenn es stressig wird?

Einfach, und trotzdem wirksam ist es, am offenen Fenster zehnmal tief ein- und auszuatmen, eine Runde um den Block zu gehen, in Ruhe einen Tee zuzubereiten oder die Lieblings-Musik zu hören. Sie können auch Entspannungstechniken lernen, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Yoga-Übungen.

Ich fürchte mich ein wenig vor dem Entzug. Was kann ich tun?

Es ist nicht gesagt, dass Sie einen heftigen Entzug haben werden. Der eine leidet ziemlich, der andere hat gar keine Probleme. Überlegen Sie vorher Varianten, mit denen Sie sich ablenken können – Knetball kneten, häkeln, Kreuzworträtsel lösen. Schreiben Sie das auf, damit Sie es zur Hand haben.

Nikotin hemmt ja den Appetit. Mit wie vielen Kalorien hat man als Nichtraucher zusätzlich zu kämpfen?

Mit etwa 200 Kilokalorien pro Tag, wenn Sie 24 Zigaretten täglich geraucht haben. Das sind zum Beispiel vier Scheiben Brot oder drei Kugeln Milchspeiseeis. Auf den ersten Blick nicht viel, es kann aber trotzdem ansetzen. Moderates, aber regelmäßiges Bewegungstraining hilft, zum Beispiel Laufen, Walken, Radfahren, Schwimmen, Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Frischkost.

Mein Vater und mein Großvater haben stark geraucht und sind über 90 geworden. Kann ich damit rechnen, dass es bei mir auch so wird?

Sie sollten sich darauf nicht verlassen. Es können auch Glücksfälle gewesen sein  Die Statistik zeigt, dass Rauchende im Durchschnitt zehn Jahre früher sterben als Nichtrauchende. Befragungen erbrachten auch, dass Menschen, die ausgestiegen sind, ihre Lebensqualität höher einschätzen als solche, die weiterhin rauchen.

Info

Telefon: Beratung für Rauchentwöhnung der BZgA: 0800-8313131 (kostenlos auch ausdem Mobilfunknetz) Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr

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