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»Am besten: Einfach anfangen«

Sport im fortgeschrittenen Alter: M60-Triathlet Wolfgang Döpper gibt Tipps

Fit durch 2016Nicht nur für die junge, sondern auch die jung gebliebene Generation ist Sport eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Zum Beispiel für Wolfgang Döpper von der Hildener Allgemeinen Turnerschaft 1864 e.V. (HAT). Der 61-Jährige war unter anderem Deutscher Triathlon-Meister (2014) und Bronze-Gewinner bei der Crosstriathlon Europameisterschaft 2015 in seiner Altersklasse. Das kann man natürlich nicht von jedem Senior erwarten. Im WochenPost-Gespräch verrät er, was man beachten sollte.

Wie sind Sie zum Laufen gekommen?

Wolfgang Döpper: "Vor rund 30 Jahren – ich habe mit dem Rauchen aufgehört und wog ein paar Kilos mehr – war ich in den Alpen und wollte einen Berg hochwandern. Das war sehr anstrengend – und plötzlich zog ein älterer Mann mit Tirolerhut ganz locker an mir vorbei. Daraufhin habe ich mir Laufschuhe gekauft."

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Wolfgang Döpper: "Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Aber ich sagte mir: Es ist besser, einfach anzufangen und überhaupt etwas zu machen. Später habe ich bei der HAT trainiert – und da merkte ich erst einmal, was ich alles falsch gemacht habe."

Was kann man denn am Anfang falsch machen?

Wolfgang Döpper: "Viele Anfänger steigern sich viel zu schnell. Darunter leiden dann beispielsweise die Achillesferse, die Muskulatur, der Kreislauf oder der Rücken. Dann ist die ganze Euphorie wieder weg – das ist das schlimmste, was passieren kann."

Und wie geht es richtig?

Wolfgang Döpper: "Erst einmal ganz behutsam: drei Minuten laufen, eine Minute gehen. Und das ganze über einen längeren Zeitraum so ausweiten, dass man das eine ganze Stunde lang durchhalten kann.
Außerdem ist es sinnvoll, sich Mitläufer zu suchen. Wenn man sich beim Lauf noch unterhalten kann, ist alles gut. Wenn man nur kurzatmig sprechen kann, ist man schon zu schnell.
Man sollte auch nicht immer die selbe Strecke im selben Tempo laufen, lieber auch mal kürzer und schneller, oder länger und langsamer.
Wichtig sind auch Regenerationsphasen. Ein junger Mensch kann drei Tage Sport machen, ein älterer sollte einen Tag Sport und einen Tag Pause machen."

Wie sollte man sich auf die klimatischen Bedingungen einstellen?

Wolfgang Döpper: "Bei Hitze ist es wichtig, vorher viel zu trinken, um nicht zu dehydrieren. Und wer nicht gut trainiert ist, sollte bei 30 Grad nicht laufen. Entsprechende Funktionskleidung ist natürlich auch bedeutend.
Bei Kälte sollte man sich nicht zu dick anziehen.
Zum Start darf man ruhig ein bisschen frieren, die Wärme kommt später bei der Bewegung. Außerdem empfehle ich eine dünne Mütze als Kopfbedeckung, denn über den Kopf geht die meiste Hitze verloren."

Sie treiben Sport nicht nur aus Spaß, sondern für harte Wettkämpfe.

Wolfgang Döpper: "Ja, aber davon sollten sich Freizeitsportler nicht beeinflussen lassen. Wenn ich etwas falsch mache, dann weiß ich auch, warum."

Und wie lange wollen Sie das noch machen?

Wolfgang Döpper: "So lange, wie es geht. Ich will schließlich nicht wieder fett werden. Außerdem halte ich über den Sport meine sozialen Kontakte."

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