Julia Lippert

Wie teuer wird Außengastronomie?

Solingen. Die Stadt Solingen prüft nach, wie hoch die Gebühr für Tische im Freien werden soll

Gemütlich im Frühling draußen Kaffee und Kuchen genießen –  diese Idylle steht derzeit  auf der Kippe: Denn die Stadt Solingen wollte die Gebühr für Außengastronomie drastisch erhöhen. Nach großer Kritik überdenkt man dort jetzt die Entscheidung.

Für die Gastronomen war es ein Schock, als es hieß, dass die Gebühr mit einem Mal um bis zu 40 Prozent erhöht werden solle. »Es wird alles immer teurer. Sogar meine Kunden waren entsetzt über die Ankündigung der drastischen Erhöhung«, sagt Susanne Kirchner, die Inhaberin der gleichnamigen Konditorei. Kritik hagelte es auch von Bürgern und Medienvertretern.
Knapp 40.000 Euro hätte die Stadt mit dem Gebührenanstieg mehr eingenommen. Je nach Lage hätten Gastronomen vier bis fünf Euro pro Quadratmeter gezahlt.

Stadt reagierte auf große Kritikwelle

Aufgrund der Kritik zog die Stadt Solingen jetzt die Notbremse. »Wir haben die Gebühren seit sieben Jahren nicht mehr erhöht. Doch natürlich nehmen wir die Kritik ernst und lassen sie derzeit überprüfen«, sagt Birgit Wenning-Paulsen, Pressereferentin der Stadt Solingen.

Gastronomen fürchten hohen Gebüren

Darauf hofft auch die Konditorei Kirchner, die ihre Tische auf der Düsseldorfer Straße in der Ohligser Innenstadt aufstellt. »Wir nutzen bei gutem Wetter eine Außenfläche von 50 bis 60 Quadratmetern für unsere Gäste. Eine solch drastische Erhöhung wäre für uns sehr teuer«, sagt Susanne Kirchner. Denn die Außengastronomie sei kein Zusatzgeschäft: »Die Gäste, die sonst drinnen sind, sitzen jetzt draußen. Der Umsatz wird nicht mehr, sondern nur verlagert«, erklärt sie. »Ich verstehe nicht, warum wir hier in Solingen fünf Euro pro Quadratmeter und die Gastronomen in anderen Städten weniger zahlen sollen. Ich hoffe, dass die Stadt Solingen die Erhöhung zurücknimmt oder verringert.«
Die Gebühr für Außengastronomie ist in den Nachbarstädten sehr unterschiedlich: Tische draußen aufzustellen kostet in Hilden 4 Euro, in Erkrath 2,50 Euro, in Haan 2,40 Euro und in Langenfeld sogar nur 2,25 Euro pro Quadratmeter.

INFO

Wer an öffentlichen Räumen Tische aufbauen will, muss ein Sondernutzungsrecht bei der Stadt beantragen. Es  ist ein Quadratmeterpreis zu zahlen, der sich nach Zone und Art der Sondernutzung richtet.

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