Julia Lippert

Neue endoskopische Methoden gegen Darmkrebs

Solingen. Das Städtische Klinikum bietet Patienten zwei neue Verfahren zur Endoskopie an. Durch sie werden großflächige Tumore sorgfältig entfernt.

Dank zweier neuer Techniken können in der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Allgemeine Innere Medizin im Städtischen Klinikum nun großflächige Tumore und Polypen am Stück entfernt werden.

Hinter »Endoskopische Submukosadissektion« (ESD) verbirgt sich die Untersuchung im Inneren der Speiseröhre, des Magens, des Dick- oder Dünndarms, bei der die Haut- und die Bindegewebe-Schicht von Tumoren effektiv endoskopisch behandelt werden.
Bei der Endoskopischen Vollwandresektion (FTRD System) werden mit Hilfe einer etwa zwei Millimeter langen elektronisch-erhitzten Nadel sogar alle vier Schichten des Polypen oder Tumors komplett herausgenommen. Dazu gehören die Haut, Gewebe-, Schleim- und Muskelschicht.

Vorteile für Patienten

Sogar zehn Zentimeter große Polypen können mit dem FTRD System problemlos entfernt werden, die mit konventionellen Methoden nur schwierig oder gar nicht abgetragen werden können. Im Vergleich dazu können bei den gängigen Verfahren nur die erste Hautschicht und nur maximal drei Millimeter große Tumore entfernt werden. Aus diesen Gründen haben beide Endoskopie-Arten den Vorteil, große Geschwülste besonders gründlich zu entfernen. »Dadurch wird das Risiko einer Neubildung minimiert. Die Patienten haben somit eine bestmögliche Chance auf Heilung.

Beide Verfahren haben noch weitere Vorteile gegenüber den herkömmlichen Methoden: Dadurch, dass mehr Schichten und größere Gewebestücke entfernt werden können, kann der Pathologe das Gewebe viel gründlicher untersuchen. So können Patienten sichere Diagnosen bekommen und passende Therapiemaßnahmen abgeleitet werden«, sagt Oberarzt Uwe Domogalski. Zudem seien beide Methoden für Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden geeignet, da eine Vollnarkose nicht nötig ist. Die Patienten werden lediglich in einen Dämmerungsschlaf versetzt. Durch die neuen endoskopischen Verfahren können offene chirurgische Eingriffe durch endoskopische Maßnahmen ersetzt werden.»Wir haben bisher jeweils vier ESD und FTRD System an Patienten durchgeführt. Sie verliefen alle ohne schwere Komplikationen«, erklärt der Oberarzt. Beide Verfahren wurden in Japan entwickelt und bisher nur in wenigen spezialisierten Zentren angeboten.

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