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Künstlerischer Überlebenshelfer der Clemens-Galerien

Ein Zwischennutzungsprojekt siedelt sich im Center an – zugleich laufen Planungen zur Neuausrichtung der Galerien

Solingen. (FM). Verklebte Schaufenster sind es gewesen, die mehrere Monate das Bild der überwiegend verwaisten Clemens-Galerien geprägt haben. Dank dem Start einer neuen Initiative zur Zwischennutzung soll dieses Bild in den kommenden Monaten wieder aus der City verschwinden.

Kunst und Kultur haben seit dem zurückliegenden Wochenende einen prominenten Platz in der Solinger Innenstadt gefunden. Kulturorganisator Timm Kronenberg haucht mit seinem City-Art-Project leerstehenden Ladenlokalen in den Clemens-Galerien wieder leben ein. Insgesamt sechzehn Ladenlokale werden seit Karsamstag als temporäre Kunstgalerien genutzt. Über 40 Künstler aus Solingen, der Region und dem entfernteren Umfeld nutzen das Einkaufszentrum als Ausstellungsfläche. Sie zeigen hier derzeit ein umfangreiches Programm an Werken, dass Malerei, Fotografie und Bildhauerei gleichermaßen abdeckt. Am vergangenen Samstag feierte das Projekt mit der Eröffnung der Galerien, Live-Musik und zahlreichen weiteren Aktionen seinen Auftakt. »Ich bin gebeten worden, hier Kunstausstellungen möglich zu machen. Die Galerien werden zukünftig jeden Samstag öffnen. Wir müssen schauen, wie das Konzept insgesamt ankommt«, so Organisator Timm Kronenberg. Kunstausstellungen und -aktionen soll es angesichts des anhaltenden Leerstandes der Galerien für mindestens drei Monate geben.

 

Neue Pläne für die Clemens-Galerien

 

Dabei zeichnet sich langsam ab, wie es mit den Galerien insgesamt weitergehen könnte. Nach Anfang des Jahres bekannt wurde, dass der vormalige Eigentümer CR Investment Management seinen Plan eines innerstädtischen Outlet-Centers doch nicht umsetzen würde, gingen die Galerien an eine Schweizer Investorengruppe. Aktuell befasst sich der Frankfurter Projektentwickler Dr. Jochen Stahl mit der Zukunft des Standorts. Er wirbt dafür, der Neuausrichtung der Galerien die nötige Zeit zu geben. »Wir bitten bis Mitte des Jahres um Geduld, werden aber an die Öffentlichkeit gehen, wenn etwas spruchreif ist«, so Stahl.

 

Gastronomie und Handel sollen wiederkommen

 

Tendenzen zum neuen Konzept lassen sich jedoch bereits jetzt erkennen. So spricht sich Projektentwickler Dr. Stahl dafür aus, den Hofgarten in den neuen Plänen für die Galerie stärker zu berücksichtigen und sich von dem neuen Einkaufszentrum erkennbar abzusetzen. Unter anderem sollen Geschäftslagen am Mühlenplatz wieder stärker von potenziellen Interessenten aus dem Gastronomiebereich genutzt werden. »Dennoch werden die Galerien in hohem Maße ein Handelsstandort bleiben«, so Dr. Stahl letzte Woche. Auf dem Prüfstand stehen zurzeit die Wegeverbindungen durch das Center sowie die Gestaltung des zentralen Platzes. Bei allen möglichen Veränderungen soll jedoch der Name »Clemens-Galerien« bestehen bleiben. »Der Wiedererkennungswert ist so einfach am größten«, so Dr. Jochen Stahl.

 

 

KUNSTPROJEKT IN DEN CLEMENS-GALERIEN

Das unter dem Titel »Intermezzo dell arte« firmierende Zwischennutzungsprojekt nutzt 16 Ladenlokale in den Clemens-Galerien. Rund 70 zuvor leere Schaufenster werden in den kommenden Monaten mit Malerei, Bildhauerer, Fotografie und weiterer Kunst angereichert. Regulär sind alle Galerien jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Weitere neue Künstler stellen in den Galerien ab dem 3. Juni aus. Weitere Infos gibt es online unter: www.city-art-project.de

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